Um Privatleben und Beruf in Balance zu halten, verlegen viele Mütter ihre Arbeitszeiten (Foto: Charles Deluvio/unsplash.com) Um Privatleben und Beruf in Balance zu halten, verlegen viele Mütter ihre Arbeitszeiten (Foto: Charles Deluvio/unsplash.com)
Corona-Pandemie

Mütter arbeiten öfter am Wochenende oder abends

11 Prozent der Beschäftigten haben ihre Arbeitszeit auf die Abendstunden oder das Wochenende verlegt. Besonders betroffen sind Mütter. Das zeigt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die im Oktober 2020 durchgeführt und jetzt vorgelegt wurde.
 


Der Anteil der Mütter mit Kindern unter 14 Jahren, die ihre Arbeitszeit zumindest teilweise verlagerten, lag im April 2020 bei rund 52 Prozent. Bei Vätern waren es rund 31 Prozent. Im Oktober 2020 sank der Anteil der Mütter auf rund 26 Prozent, lag aber noch immer deutlich höher als bei den Vätern mit rund 18 Prozent.
 


"Vor allem Mütter arbeiten häufiger am Wochenende oder abends, unter anderem, um ihre Kinder bei Schul- oder Kitaschließungen oder während des Distanzunterrichts betreuen zu können", sagt die IAB-Forscherin Corinna Frodermann laut Pressemitteilung der IAB.
 


Laut der Studie passten insgesamt 33 Prozent der Beschäftigten, welche im April 2020 Kinder unter 14 Jahren betreuten, ihre Arbeitszeiten zumindest teilweise an. Bei Beschäftigten ohne Kinder waren es nur 16 Prozent. Insgesamt änderte im April 2020 noch ein Viertel der Befragten die Arbeitszeiten. Bis Oktober 2020 sank dieser Anteil auf 11 Prozent.
 


Es gibt Hinweise, dass neben der Sorgearbeit auch Homeoffice eine Rolle für die Verschiebung der Arbeitszeiten spielt. Beschäftigte, die im Homeoffice arbeiten, haben ihre Arbeitszeit aufgrund der Pandemie häufiger verlagert als diejenigen, die kein Homeoffice nutzen.
 


Mehr als ein Drittel der Homeoffice-Nutzer gab im April 2020 an, zu anderen Zeiten zu arbeiten als noch vor der Pandemie. Bei denen, die kein Homeoffice nutzten, waren es knapp 15 Prozent. Bis Oktober 2020 sank der Anteil derjenigen, die im Homeoffice arbeiten, auf 18 Prozent und der Anteil derjenigen, die kein Homeoffice nutzt, auf 5 Prozent.
 


Was die Zufriedenheit mit dem Job betrifft, scheint es laut der Untersuchung insgesamt keine Rolle zu spielen, ob sich die Arbeitszeiten verändert haben. Eine Verschiebung der Arbeitszeit müsse nichts Negatives sein, denn sie könne auch dabei helfen, pandemiebedingte Zusatzbelastungen zu meistern und eine gesunde Work-Life-Balance zu schaffen, sagt der Sozialwissenschafter und IAB-Forscher Philipp Grunau laut der Pressemitteilung der IAB.

[Tabea-Jane Mählitz]

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