Sprachgebrauch

"Volksverräter" ist das Unwort des Jahres

published: 10.01.2017

Rechtspopulisten verwenden das Wort "Volksverräter" als diffamierenden Vorwurf gegen Politiker. Jetzt kürte eine Jury den Ausdruck zum Unwort des Jahres 2016 (Foto: David Greitzer / Shutterstock.com) Rechtspopulisten verwenden das Wort "Volksverräter" als diffamierenden Vorwurf gegen Politiker. Jetzt kürte eine Jury den Ausdruck zum Unwort des Jahres 2016 (Foto: David Greitzer / Shutterstock.com)

Das Unwort des Jahres 2016 lautet "Volksverräter". Als Begründung für ihre Entscheidung gab die "Unwort"-Jury am 10. Januar in ihrer Pressemitteilung an, der Begriff sei als Vorwurf gegenüber Politikern undifferenziert und diffamierend. Er würge das ernsthafte Gespräch und damit die für Demokratie notwendigen Diskussionen in der Gesellschaft ab. Vor allem Anhänger rechtspopulistischer Organisationen wie AfD oder Pegida verwenden den Ausdruck.
 

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Die "Unwort"-Jury besteht aus einem Journalisten und vier Sprachwissenschaftlern und wählt seit 1991 jährlich aus über 1000 Einsendungen aus. Die Aktion aus Darmstadt will nach eigenen Angaben "das Sprachbewusstsein und die Sprachsensibilität in der Bevölkerung fördern". Sie befasst sich besonders mit unangemessenen oder inhumanen Formulierungen aus dem öffentlichen Sprachgebrauch.

"Volksverräter" löst damit "Gutmensch" als neues Unwort ab. In den vergangenen Jahren wählte die Jury außerdem "Lügenpresse" (2014), "Sozialtourismus" (2013) und "Opfer-Abo" (2012).

[PA]

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Mitglieder der Unwort-Jury im Web

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