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Sozialwahl

Gesetzlich Versicherte wollen selbst entscheiden

published: 10.04.2011

Ab dem 12. April erhalten die Wahlberechtigten ihre Unterlagen zur Sozialwahl per Post (Foto: Techniker Krankenkasse)Ab dem 12. April erhalten die Wahlberechtigten ihre Unterlagen zur Sozialwahl per Post (Foto: Techniker Krankenkasse)

Drei von vier gesetzlich Versicherten (75 Prozent) möchten selbst entscheiden, wer ihre Interessen in den Parlamenten der Krankenkassen – den so genannten Verwaltungsräten – vertritt. Damit sprechen sie sich klar für echte Urwahlen aus, die bei der Sozialwahl jedoch nur bei einigen wenigen Krankenkassen stattfinden. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). "Nur die Urwahlen sind im eigentlichen Sinne Wahlen, bei denen man mitentscheiden und teilhaben kann", ist auch der Politikwissenschaftler und Sozialforscher Univ.-Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte überzeugt.

Die Umfrage hat gezeigt: Die Menschen in Deutschland wollen mitreden, wenn es um politische Entscheidungen geht, die sie direkt betreffen. Acht von zehn Befragten (81 Prozent) gaben dies an. Gerade bei einem so wichtigen Thema wie der eigenen Gesundheit: So sind sieben von zehn Menschen hierzulande (71 Prozent) überzeugt, dass die Versicherten bei der Weiterentwicklung des Gesundheitswesens noch stärker einbezogen werden sollten.

Mitbestimmung

Eine echte Chance zur Mitbestimmung bietet ihnen die Sozialwahl – zumindest bei den Krankenkassen, die ihre Mitglieder tatsächlich über die Zusammensetzung ihrer ehrenamtlichen Selbstverwaltung abstimmen lassen. Insgesamt 18 Millionen Krankenkassenmitglieder sind ab den 12. April zur Wahl aufgerufen – neben den Mitgliedern der TK auch die vier weiterer Ersatzkassen.

Der Bundeswahlbeauftragte für die Sozialwahlen, Gerald Weiß, plädiert für mehr echte Wahlen: "Ich bin sehr dafür, dass weitere Krankenkassen und auch sonstige Sozialversicherungsträger den Weg der Urwahl gehen. Urwahlen sind näher am Demokratieprinzip. Hier kann unmittelbar der Betroffene, der Versicherte selbst bestimmen, wem er das Mandat anvertraut."

Demokratie

Gegen Urwahlen führen Kritiker gerne die Kosten einer echten Wahl ins Feld. Ein Argument, das Gerald Weiß jedoch nicht gelten lässt: "Die Behauptung, die Sozialwahl sei zu teuer, ist grundfalsch. 2005 hat sie 40 Millionen Euro gekostet – für damals 44 Millionen Wahlberechtigte. Das macht je Wahlberechtigten weniger als einen Euro für sechs Jahre. Demokratie ist nicht ganz kostenlos zu haben, wohl aber kostengünstig. Und das ist hier der Fall. So viel muss Demokratie kosten dürfen."

Auch die gesetzlich Versicherten, die die Kosten für die Sozialwahl über ihre Beiträge tragen, stehen hinter der Investition für echte Demokratie: Sechs von zehn Befragten (62 Prozent) sagten in der bevölkerungsrepräsentativen Forsa-Umfrage, dass ihnen die echte Mitbestimmung bei der Sozialwahl ihre Kosten wert ist und man nicht darauf verzichten sollte.

Unikosmos hat ein Webspecial zur Sozialwahl 2011 zusammengestellt. Du findest es hier.

[TK]

Links

Zum Webspecial
www.tk.de

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