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TV-Dokumentation

"Dracula lebt"

published: 08.04.2011

Die verfallen Kathedrale von Whitby, einem kleinen Ort an der Ostküste Englands, inspirierte Bram Stoker für seinen Roman "Dracula" (Foto: ZDF/Rainer Hartmann)Die verfallen Kathedrale von Whitby, einem kleinen Ort an der Ostküste Englands, inspirierte Bram Stoker für seinen Roman "Dracula" (Foto: ZDF/Rainer Hartmann)

Der Vampirmythos ist heute immer noch lebendig. Er existiert im Spannungsfeld zwischen einem uralten Volksglauben, der bis heute in Südosteuropa lebendig ist, und modernen Geschichten aus dem Kino. Dieser Faszination spürt der Film "Dracula lebt - Das Vermächtnis des Grafen" nach. Das ZDF sendet die Dokumentation am Dienstag, 12. April 2011, um 20.15 Uhr.

Alter Volksglaube

Nach dem Volksglauben sind die so genannten Untoten Verstorbene, die keine Ruhe finden und daher nachts Verwandte heimsuchen oder für andere Übel verantwortlich gemacht werden. Sie können nur von diesem vermeintlichen Fluch befreit werden, wenn sich mutige Männer finden, die die Leichen wieder ausgraben und ihnen einen Pflock durchs Herz treiben. Der Film macht deutlich, dass die rituellen Handlungen bis heute in den ländlichen Gegenden des Balkans praktiziert werden. Erstmals zeigt das ZDF Aufnahmen von einer sechs Jahre zurückliegenden Exhumierung. Autor Marvin Entholt spricht mit dem Täter, dem rumänischen Dorfschäfer Mircea. "Ich habe ihm das Herz herausgeschnitten und es verbrannt. Es gab gar keine andere Möglichkeit", sagt der 52-Jährige erstmals vor einer Kamera. Der Tote habe angeblich seine Nichte nachts heimgesucht und ihr Leben bedroht.

Von Bram Stoker zu Stephenie Meyer

Parallel zu den archaischen Ritualen grassiert derzeit weltweit ein regelrechtes Vampir-Fieber. Immer neue Bücher, Kinofilme und Fernsehserien lassen die Untoten auferstehen. Allerdings nicht mehr als grausame und furchterregende Blutsauger, sondern, wie Stephenie Meyers erfolgreiche Vampir-Saga "Twilight" zeigt, als gefühlvolle Wesen, die enthaltsam leben und bürgerliche Werte schätzen. Die Dokumentation fragt, wie es kommt, dass der transsilvanische Graf Dracula, Schrecken der Finsternis, wie ihn der irische Schriftsteller Bram Stoker Ende des 19. Jahrhunderts entwarf, im 20. Jahrhundert zur großen Ikone der Populärkultur wurde?

Bram Stokers Biografie liefert Aufschluss über seine Motivation, den Schauerroman zu verfassen. In Spielszenen zeichnet der Film das Leben des Autors im prüden viktorianischen England nach und zeigt, wie sich Stoker inspirieren ließ. Zu Wort kommen unter anderen Stokers Biografin Elizabeth Miller und sein Urgroßneffe Dacre. Renommierte Historiker, Kriminalbiologen, Anthropologen, Psychologen und Volkskundler beleuchten Mythos und Wahrheit der Vampir-Legenden.

"Dracula lebt - Das Vermächtnis des Grafen", Dienstag, 12. April 2011, 20.15 Uhr, ZDF

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www.zdf.de

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