Zwei Studien

Wie Fremdschämen aufs Gehirn wirkt

published: 16.04.2011

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Wenn man sich für das Verhalten anderer Menschen schämt, die absichtlich oder unabsichtlich soziale Normen in der Öffentlichkeit verletzen, aktiviert das die gleichen Gehirnareale, wie wenn man den Schmerz anderer nachempfindet. Das haben Forscher der Philipps-Universität in Marburg herausgefunden. Sie führten zwei Studien durch: eine Befragung und eine Untersuchung mittels funktioneller Magnetresonanztomografie.

In der Fragebogenstudie konfrontierten sie über 600 Freiwillige mit kurz beschriebenen, peinlichen Szenen und beobachteten die Reaktionen. Dabei kam heraus, dass sich das Gefühl der Scham unabhängig davon einstellte, ob sich die beobachtete Person ihrerseits blamiert fühlte. In der zweiten Untersuchung maßen die Wissenschaftler die Gehirntätigkeit von 32 Versuchspersonen, während diese Darstellungen peinlicher Situationen sahen. Es stellte sich heraus, dass dies vergleichbare Hirnbereiche aktivierte wie das Mitgefühl bei körperlichen Schmerzen. Auch hier zeigte sich die starke Aktivität selbst dann, wenn sich die beobachtete Person der Peinlichkeit ihrer Lage nicht bewusst war. Die Forscher berichten über ihre Erkenntnisse in der aktuellen Ausgabe des Online-Wissenschaftsmagazins "PLoS One".

[TK]

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