Neuer GWK-Bericht

Wenig Frauen in Forschung und Lehre

published: 29.06.2011

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In den Jahren 2009/2010 gab es in Deutschland 7.162 Professorinnen - dies entspricht einem Frauenanteil von 18,0 Prozent. Diese Zahlen entstammen dem neuesten Bericht der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK). Dieses Gremium hat jetzt die "Fünfzehnte Fortschreibung des Datenmaterials (2009/2010) zu Frauen in Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen" verabschiedet. Hinter dem Durchschnitts-Frauenanteil verbergen sich allerdings erhebliche fachspezifische, institutionelle und regionale Differenzierungen.

Langsamer Anstieg

Der Anteil von Frauen steige auf den verschiedenen Qualifikationsstufen und beruflichen Positionen in Wissenschaft und Forschung in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, insgesamt zwar langsam, aber kontinuierlich, so der Bericht. Dies gelte auch für den Anteil von Frauen an den Professuren und bei den Berufungen von Frauen in Leitungspositionen an Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen.

Der diesjährige Bericht zeigt weiterhin auf, dass

• sich seit dem Beginn der ersten Datenerhebungen im Jahr 1992 der Anteil von Frauen an der Gesamtzahl
- der Erstimmatrikulierten von 45,6 % auf 49,9 %,
- der Studienabschlüsse von 40,8 % auf 51,4 %,
- der Promotionen von 30,7 % auf 44,1 %,
- der Habilitationen von 13,1% auf 23,8 % und
- der Professuren von 7,5 % auf 18,0 %
erhöht hat;

• im Vergleichszeitraum von 1992 bis 2010 der Anteil von Frauen in Führungspositionen an außerhochschulischen Einrichtungen (FhG, HGF, MPG, WGL) von 2 % auf 11,3 % gestiegen ist;

• sich seit Beginn der Erhebungen zum Berufungsgeschehen im Jahr 1997 der Anteil von Frauen bis 2010
- bei den Bewerbungen um Professuren von 12,9 % auf 24,4 %,
- bei den Berufungen von 16,9 % auf 26,6 % und
- bei den Ernennungen von 15,7 % auf 26,9 %
erhöht hat.

Bermühungen verstärken

Trotz sichtbarer Verbesserungen in fast allen Bereichen ist das Ziel der angemessenen Repräsentanz von Frauen auf allen Ebenen der Wissenschaft, insbesondere in Leitungspositionen, bei weitem nicht erreicht. Es gelte deshalb, so die GWK, die Bemühungen weiter zu verstärken, damit sich der gewachsene Anteil von Frauen an qualifizierten Bildungsabschlüssen auch in einer steigenden Beteiligung von Frauen an Entscheidungs- und Führungspositionen in Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft fortsetzt und dadurch auch die Perspektiven der Wissenschaft bereichert werden.

Daten online abrufbar

Die Frage der "Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung" ist bereits seit fast zwei Jahrzehnten Gegenstand der Erörterungen von Bund und Ländern. Die GWK ist die einzige Stelle im nationalen Wissenschaftssystem, die Datenmaterial zur Situation von Frauen in Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen kontinuierlich sammelt und in Form von jährlichen Fortschreibungen transparent macht. Die "Fünfzehnte Fortschreibung" ist online hier abrufbar.

Links

Zum Bericht

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