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Neue Studie

Vertrautheitsgefühl beeinflusst Entscheidungen

published: 25.08.2011

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Wenn man sich zwischen zwei Dingen entscheiden soll, neigt man dazu, die schon bekannte Alternative zu bevorzugen. Das bloße Wiedererkennen von Dingen beeinflusst bereits unsere Entscheidung. Zu diesem Ergebniss sind Psychologen der Universität Saarland in ihrer neuen Studie gekommen. Sie haben erstmals über die Messung von Hirnströmen nachgewiesen, dass das Vertrautheitsgefühl unsere Entscheidungen beeinflusst. Anhand von EEG-Daten konnten die Wissenschaftler dabei sogar vorhersagen, welche Entscheidung die Versuchspersonen treffen würden, obwohl sie deren Vorwissen nicht kannten.

Psychologen beschäftigen sich schon lange mit der Frage, welche einfachen Regeln den Menschen dabei helfen, Entscheidungen zu treffen. Eine dieser einfachen Regeln ist die sogenannte Rekognitionsheuristik. Diese besagt, dass man sich bei der Beurteilung von mehreren Objekten für jenes entscheidet, das man wiedererkennt.

Die Aktivität des Gehirns

Die Wissenschaftler können anhand einer so genannten Elektroenzephalografie (EEG), die elektrische Aktivität des Gehirns messen. In der hirnelektrischen Antwort spiegelt sich das Gefühl der Vertrautheit in den ersten 300 bis 500 Millisekunden wider, während der Abruf weiterer Information später einsetzt. In der Studie bekamen die Testpersonen zwei Städtenamen genannt und sollten entscheiden, welches die größere Stadt ist. Wie erwartet wählten die Versuchspersonen tatsächlich in 90 Prozent der Fälle den bekannten Städtenamen. Anhand der aufgezeichneten EEG-Daten konnten die Forscher außerdem feststellen, dass bekannte Städtenamen ein größeres Vertrautheitsgefühl hervorriefen.

Fortschritt für die Gedächtnisforschung

Die Saarbrücker Wissenschaftler wollen mit ihrer Studie auch der Gedächtnisforschung neue Impulse geben. "Bisher haben Psychologen die Frage, wie wir Entscheidungen fällen, vor allem in Verhaltensexperimenten untersucht. Durch unseren neurowissenschaftlichen Ansatz konnten wir erstmals nachweisen, dass das Vertrautheitsgefühl nicht nur beim Erinnern, sondern auch beim Entscheiden eine wichtige Rolle einnimmt", sagt Professor Axel Mecklinger laut einer Mitteilung der Hochschule. Die Erkenntnisse könnten auch dazu beitragen, schwierige Entscheidungsprozesse besser zu handhaben. "Wenn wir wissen, dass wir uns von vertrauten Dingen leiten lassen, sollten wir uns das in schwierigen Situationen bewusst machen und eine kritische Distanz dazu einnehmen", meint der Psychologe.

[TK]

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