Experten-Tagung

Von Sodbrennen zu Krebs

published: 16.09.2011

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Etwa sieben Prozent der Deutschen leiden unter Sodbrennen: Vom Magen in die Speiseröhre fließender Magensaft fügt ihnen brennende Schmerzen zu. Wiederholt sich dieser sogenannte Reflux, kann sich die Speiseröhre entzünden, im schlimmsten Fall Krebs entstehen. Denn wenn wiederholt Magensaft in die Speiseröhre austritt, verändert sich deren Schleimhaut: Die plattenförmigen Zellen nehmen eine zylindrische Form an. Die Diagnose der auf diese Weise veränderten Speiseröhre heißt "Barrett-Ösophagus". Diese Krebsvorstufe stellt der Arzt in der Regel bei einer Magenspiegelung fest.

"Bislang gingen wir in Deutschland davon aus, dass Menschen mit Barrett-Ösophagus nur dann an Krebs erkranken, wenn sich in der Schleimhaut zusätzlich noch sogenannte Becherzellen gebildet haben", erläutert Professor Dr. med. Peter Malfertheiner vom Universitätsklinikum Magdeburg. Für eine Diagnose musste der Arzt das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung abwarten, denn die Zellen sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. "In Japan und Großbritannien sind die Regeln pragmatischer", so Malfertheiner: "Für die Diagnose eines Barrett-Ösophagus reicht es dort aus, dass die Schleimhaut über eine gewisse Strecke ihr Erscheinungsbild verändert hat."

Neue Untersuchungen bestätigen diesen Ansatz. Sie zeigen, dass auch Schleimhautveränderungen ohne Becherzellen Vorläufer von Speiseröhrenkrebs sein können. Häufig ist das Erbgut dieser Zellen so verändert, wie es für Krebserkrankungen typisch ist. Bereits dann also können die Ärzte sich für eine Therapie entscheiden. Die aktuellen Kriterien für eine Behandlung und wie sich unnötige Therapien vermeiden lassen, diskutieren Experten der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) auf dem Kongress "Viszeralmedizin 2011", der vom 14. bis 17. September in Leipzig stattfindet.

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Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)

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