Forschung

Nicht nur Zucker schadet bei Diabetes

published: 19.09.2011

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Spätfolgen einer Diabeteserkrankung, wie Nerven-, Nieren- oder Herzkreislaufschäden, lassen sich nur zum Teil durch einen gestörten Blutzuckerspiegel erklären. Auch aggressive Stoffwechselverbindungen, die sich im Körper der Patienten ansammeln, tragen dazu bei und eignen sich als potentielle Angriffspunkte für neue Therapieansätze. Für diese wegweisenden Forschungsarbeiten ist Professor Dr. Angelika Bierhaus, Arbeitsgruppenleiterin an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg,, jetzt ausgezeichnet worden. Sie erhielt am 13. September in Lissabon den Camillo Golgi Preis 2011 der Europäischen Gesellschaft für Diabetesforschung (EASD).

Aggressive Moleküle

Nach Daten der International Diabetes Federation leiden in Deutschland 12 Prozent der Bevölkerung im Alter zwischen 20 und 79 Jahren an Diabetes, überwiegend Typ 2-Diabetes, auch Altersdiabetes genannt. Die chronische Erkrankung führt zu Spätfolgen wie Nerven-, Nieren- oder Herzkreislaufschäden. Forschungsergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass diese Folgen nur zu rund elf Prozent durch den Blutzucker und die Dauer der Erkrankung zu erklären sind. "Selbst bei Patienten, deren Blutzuckerspiegel gut eingestellt ist, sammeln sich verstärkt aggressive Stoffwechselprodukte an, die im Körper z. B. chronische Entzündungen auslösen", so Bierhaus.

Zu diesen schädigenden Molekülen gehören reaktive Carbonylverbindungen, insbesondere Methylglyoxal (MG), wie die Forscherin in ihren Arbeiten zeigte. Die Moleküle sind in hochkomplexe Stoffwechselvorgänge eingebunden. "Wir wissen jetzt, dass diese sehr reaktionsfreudigen Verbindungen zu den Hauptverursachern von Diabetes-Folgeschäden zählen. Sie führen z. B. dazu, dass Diabetespatienten chronische Nervenschmerzen entwickeln", so die Preisträgerin.

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