"Psychoedukation bei Depression"

Schulungsmaterial für depressive Menschen

published: 11.10.2011

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Das Deutsche Bündnis gegen Depression e.V. hat gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse Schulungsmaterialien entwickelt, um von Depressionen betroffenen Menschen und deren Angehörigen krankheitsspezifisches Wissen zu vermitteln. Dieses soll nun im bundesweiten Netzwerk des gemeinnützigen Vereins eingesetzt werden, um das Angebot psychoedukativer Gruppen zu verbessern.

Zunahme depressiver Phasen

Depressionen sind inzwischen eine Volkskrankheit. Der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt, dass psychische Krankheiten in Deutschland weiterhin auf dem Vormarsch sind. Unter TK-versicherten Erwerbspersonen (Berufstätige und Arbeitslosengeld-I-Empfänger) gab es 2010 einen Zuwachs psychisch bedingter Fehlzeiten von fast 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Diagnose "Depressive Episode" (F32) belegte im letzten Jahr erstmals den traurigen Spitzenplatz bei den Fehltagen, noch vor Rückenschmerzen und Erkältungen.

Mehr wissen, gesünder leben

Je mehr Menschen mit Depressionen und deren Angehörige über die Krankheit wissen, desto besser können sie sich aktiv an der Behandlung beteiligen und selbst dazu beitragen, die Depression zu überwinden. Dieser Zusammenhang ist wissenschaftlich nachgewiesen und reduziert das Risiko eines Rückfalls. In sogenannten psychoedukativen Gruppen werden wichtige Informationen über eine Erkrankung - egal ob körperlich oder psychisch - vermittelt und der eigenverantwortliche Umgang der Betroffenen mit ihrer Krankheit gesteigert. Bisher wurden solche Gruppen insbesondere im Rahmen stationärer Behandlungen angeboten. Um dieses Angebot für Patienten mit Depressionen und ihren Angehörigen auch in der ambulanten Behandlung zu verbessern, haben das Deutsche Bündnis gegen Depression e.V. und die TK ein Schulungspaket für Ärzte entwickelt. Das gemeinsame Projekt wurde im Frühjahr 2011 von der Financial Times Deutschland beim Wettbewerb "Ideenpark Gesundheitswirtschaft" ausgezeichnet. Das Ärztemanual mit dazugehöriger Patientenbroschüre stehen ab sofort für den Einsatz in psychoedukativen Gruppen - natürlich auch stationär - zur Verfügung. Diese sollen interessierten Ärzten und Fachpersonal die Durchführung solcher Gruppen ohne großen Arbeitsaufwand und auf Basis der neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse ermöglichen.

Die Schulungsunterlagen werden zukünftig auch im bundesweiten Netzwerk des Vereins mit derzeit 70 regionalen "Bündnissen gegen Depression" eingesetzt. Zu den lokalen Netzwerkpartnern gehören je nach Kooperation unter anderem Ärzte, Psychotherapeuten, Beratungsstellen, Kliniken, Selbsthilfe- und Angehörigengruppen sowie weitere Versorgungseinrichtungen. Durch die regionalen Netzwerke können professionelle Angebote wie psychoedukative Gruppen für Betroffene und Angehörige auch ambulant und flächendeckend geschaffen und die Versorgung verbessert werden.

[TK]

Links

Techniker Krankenkasse
Deutsches Bündnis gegen Depression e.V.

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