Techniker Krankenkasse

Diskussion um Organspende

published: 26.10.2011

Mit einem Organspendeausweis kannst du deine Bereitschaft zu einer Organspende dokumentieren  (Foto: Techniker Krankenkasses) Mit einem Organspendeausweis kannst du deine Bereitschaft zu einer Organspende dokumentieren (Foto: Techniker Krankenkasses)

Alle acht Stunden stirbt in Deutschland ein Mensch, weil er nicht rechtzeitig ein lebensrettendes Spenderorgan erhält. Um dem eklatanten Mangel an Spenderorganen entgegen zu wirken, hatten Politiker verschiedener Parteien im Herbst letzten Jahres angekündigt, das Transplantationsgesetz schnell und fraktionsübergreifend zu reformieren. Doch obwohl es in Politik und Bevölkerung eine breite Zustimmung für die so genannte Entscheidungslösung gibt, nach der jeder Bürger aufgefordert wird, seine Bereitschaft oder Ablehnung zur Organspende zu dokumentieren, gerät die Reform ins Stocken.

Fraktionsübergreifende Reform

Professor Dr. Norbert Klusen, Vorsitzender des Vorstandes der Techniker Krankenkasse (TK) fordert deshalb, die Diskussion wieder zu versachlichen und fraktionsübergreifend eine Reform des Transplantationsgesetzes (TPG) auf den Weg zu bringen, die den Bedürfnissen der Wartelistenpatienten, der potenziellen Organspender und ihrer Angehörigen gerecht wird.

Strukturen schaffen

"Wir wissen aus unseren Umfragen, dass es in der Bevölkerung eine große Zustimmung für die Entscheidungslösung gibt. Nun ist es an der Politik, Strukturen und Prozesse zu schaffen, die es den Menschen ermöglichen eine solche Entscheidung zu treffen", so Klusen. Hauptproblem ist, dass viele Menschen sich mit dem Thema noch nie beschäftigt haben und eine Pflicht, sich spontan entscheiden zu müssen – zum Beispiel bei der Ausstellung einer Krankenversichertenkarte oder eines Personalausweises – zur Ablehnung führen könnte. "Organspende ist keine politische Frage von links oder rechts, sondern das Thema braucht einen festen Platz in der Mitte unserer Gesellschaft", so der TK-Chef. "Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass das Thema auf die Schullehrpläne kommt und bieten entsprechend Unterrichtsmaterial für die Mittelstufe an." So ließe sich sicherstellen, dass die Jugendlichen vor der ersten Karten- bzw. Ausweisausgabe bereits mit dem Thema beschäftigt haben. "Und dann sind sie auch in der Lage, eine informierte Entscheidung zu treffen", so Klusen. Von Sanktionen gegen Entscheidungsunwillige hält der Krankenkassenchef dagegen nichts: "Drei Viertel der Menschen geben an, bei Bedarf ein Spenderorgan anzunehmen und Deutschland erhält aus anderen europäischen Ländern mehr Organe als es selbst abgibt. Angesichts dieser Tatsachen muss man auch jeden Einzelnen fragen dürfen, wie er es mit der Organspende hält. Mit einem Zwang zur Entscheidung oder gar Sanktionen kommen wir hier jedoch nicht weiter."

Wichtig sei der TK zudem, bei der aktuell sehr emotional geführten Diskussion um die Entscheidungspflicht auch die anderen reformbedürftigen Themen des TPG nicht zu vernachlässigen wie etwa die Transparenz in den Abläufen, die Verbesserung der Situation der Lebendspender und die Einführung eines Organspenderegisters.

[TK]

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