Psychologisches Forschungsprojekt

Leiden wegen eines unerfüllten Kinderwunsches

published: 30.10.2011

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Ein über viele Jahre unerfüllter Kinderwunsch ist für Betroffene mit tiefem Schmerz und Selbstzweifeln im Wechsel mit Hoffnung und Sehnsucht verbunden. Frauen leiden darunter eindeutig stärker als Männer, so das Ergebnis einer Studie am Fachbereich Psychologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Untersucht wurden nicht nur das Befinden der Befragten, sondern auch ihre Strategien, mit dem unerfüllten Wunsch umzugehen (Coping-Strategien). Als hilfreich erlebten die Betroffenen die Unterstützung aus dem sozialen Umfeld. Bei der Verarbeitung der Situation war für Befragte, die den Wunsch noch nicht endgültig aufgegeben hatten, die emotionale Verarbeitung der Situation wichtiger als die kognitive. Auch persönliche Einstellungen spielen eine Rolle. Hier hat Flexibilität bei der Lebensplanung den größten Einfluss auf das Wohlbefinden.

An der Studie nahmen 68 Personen teil, die entweder einen langandauerndem unerfüllten Kinderwunsch hegten oder die Hoffnung auf Nachwuchs bereits aufgegeben hatten. Bedingung war, dass sie mindestens drei Jahre ihren Kinderwunsch verfolgt hatten, ohne die Hilfe der Reproduktionsmedizin in Anspruch zu nehmen. „Das ist selten“, erklärt Studienleiterin Kerstin Brusdeylins, „die meisten Studien basieren auf Erhebungen an Klienten aus der Reproduktionsmedizin.“ Brusdeylins untersuchte ferner das religiöse Coping, das auch in der Gesundheitspsychologie allmählich an Bedeutung gewinnt. Das Ergebnis: Die Zugehörigkeit zu einer Religion und das religiöse Engagement beeinflussten das Wohlbefinden nicht.

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Goethe-Universität Frankfurt am Main

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