Forschung

Macht Stadtgrün gesund?

published: 26.11.2011

Der Obersee in Bielefeld ist Teil des Forschungsprojektes  (Foto: Umweltamt der Stadt Bielefeld) Der Obersee in Bielefeld ist Teil des Forschungsprojektes (Foto: Umweltamt der Stadt Bielefeld)

"Alles im grünen Bereich?" fragen sich derzeit fünf Juniorforscherinnen und -forscher, die am 21. November erstmals an der Universität Bielefeld zusammenkamen. Sie untersuchen die gesundheitliche Bedeutung städtischer Grünräume und Gewässer am Beispiel von Bielefeld und Gelsenkirchen. Das Forschungsprojekt wird von der Fritz und Hildegard Berg-Stiftung in dem Schwerpunkt "Stadt der Zukunft: Gesunde, nachhaltige Metropolen" gefördert.

"Wenn über Stadt und Gesundheit gesprochen wird, rücken schnell die Negativaspekte in den Vordergrund. Vielfach werden nur die Umweltbelastungen wie beispielsweise Lärm und Fein-stäube und ihre gesundheitlichen Folgen angesprochen. Wir wollen jetzt wissen, was die Menschen in der Stadt gesund hält", erklärt Professorin Claudia Hornberg, die als Biologin und Umweltmedizinerin der Universität Bielefeld die Juniorforschungsgruppe verantwortet.

Bielefeld und Gelsenkirchen

Warum Bielefeld und Gelsenkirchen? "Hier gibt es große Unterschiede in den vorhandenen Grünstrukturen und den urbanen Gewässern, aber auch in der Siedlungs- und Sozialstruktur", erläutert Dr. Thomas Claßen, der Leiter der Juniorforschungsgruppe.

Stipendium

Der Juniorforschungsgruppe gehören fünf Stipendiatinnen und Stipendiaten an, die das Themenfeld "Grünräume und Gewässer in der Stadt" aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten wollen. Drei von ihnen arbeiten an der Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften. Angela Heiler wird die Stadtbevölkerung befragen, um Wahrnehmungs- und Nutzungsmuster von städtischen Grünräumen und Gewässern abzuleiten. Hendrik Bau-meister wird sich, vor allem mit Hilfe von Interviews, den Arbeits- und Kommunikationsstrukturen in Kommunalverwaltung und -politik zuwenden. Thorsten Pollmann möchte bestimmen, welche Gesundheitsgewinne die Bevölkerung von Stadtgrün und urbanen Gewässern erzielt.

Diskursprozesse

Beteiligt ist außerdem die Universität Bonn, Institut für Hygiene und Public Health. Hier wird Sebastian Völker Diskursprozesse in Bevölkerung und Politik beleuchten, die sich förderlich, aber auch hinderlich auf urbane Grünstrukturen und innerstädtische Gewässer auswirken können. Ferner ist die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen University, Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur mit dabei. Jasmin Matros wird Aspekte der Landschaftsästhetik einbeziehen und deren Wirksamkeit an einem neu geschaffenen Grünraum in Gelsenkirchen prüfen.

Am Ende der dreijährigen Projektlaufzeit möchten die Forscherinnen und Forscher nicht nur neue Erkenntnisse erlangt haben. Sie möchten auch Handlungsfelder für Stadtentwicklungen aufzeigen, wie sich Stadtgrün und städtische Gewässer gesundheitsfördernd verbessern lassen.

Links

www.uni-bielefeld.de

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