Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde

Preis für Medizinstudentin

published: 28.11.2011

Bei der Tiefenhirnstimulation handelt es sich um ein relativ neues Verfahren, bei dem den Patienten Elektroden ins Gehirn gepflanzt werden (Foto: Semnic) Bei der Tiefenhirnstimulation handelt es sich um ein relativ neues Verfahren, bei dem den Patienten Elektroden ins Gehirn gepflanzt werden (Foto: Semnic)

Was bedeutet freier Wille und Kontrolle über die eigenen Handlungen für Menschen mit Zwangsstörungen? Beeinflusst das Verfahren der Tiefenhirnstimulation zur Behandlung von Zwangsstörungen den freien Willen? Diesen Fragestellungen geht Ursula Spitzer in ihrer Masterarbeit "From free will to freedom of agency" nach, die nun mit dem Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) für Philosophie in der Psychiatrie ausgezeichnet wurde.

Tiefenhirnstimulation

An einer Pilotstudie nahmen über zwanzig Patienten mit Zwangsstörungen teil, die entweder medikamentös oder mit der Tiefenhirnstimulation behandelt wurden. Bei der Tiefenhirnstimulation handelt es sich um ein relativ neues Verfahren, bei dem den Patienten Elektroden ins Gehirn gepflanzt werden und die regelmäßig elektrische Impulse abgeben. Dadurch sollen die Krankheitssymptome wie Zwangsgedanken und -handlungen wirksam unterdrückt werden.

Befreiend

Ein Ergebnis von Spitzers Studie ist, dass das Verfahren der Tiefenhirnstimulation von den Betroffenen nicht als Eingriff in ihre Persönlichkeit, sondern im Gegenteil als befreiend und hilfreich bei der Ausübung ihres freien Willens empfunden wird. Durch ihre Masterarbeit hat die Absolventin des Studiengangs Philosophie an der Universität Amsterdam ihr Interesse für das Fach Medizin entdeckt. Die 26-Jährige studiert nun im fünften Semester Medizin an der Universität Witten-Herdecke.

DGPPN-Preis für Philosophie in der Psychiatrie

Mit dem DGPPN-Preis für Philosophie in der Psychiatrie werden hervorragende wissenschaftliche Arbeiten im Grenzgebiet zwischen beiden Disziplinen ausgezeichnet. Die Themen des Wettbewerbs sind dabei jeweils so formuliert, dass aktuelle Grundsatzprobleme der Psychiatrie aufgenommen werden können. Die Beiträge sollen systematischen Anspruch und aktuelle Relevanz haben und zu einem Erkenntnisgewinn für beide Disziplinen beitragen.

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Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

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