EU-Kosmetikverordnung

Färben beim Friseur erst ab 16

published: 15.12.2011

Haarfärbemittel kann einer lebenslange Allergie auslösen (Foto: Matej Kastelic/shutterstock.com) Haarfärbemittel kann einer lebenslange Allergie auslösen (Foto: Matej Kastelic/shutterstock.com)

Den Irokesenschnitt bunt einfärben oder mal eben superblonde Strähnchen – Haarefärben ist bei jungen Menschen "in". Allerdings müssen Jugendliche unter 16 Jahren seit dem 1. September 2011 darauf verzichten. Hintergrund ist eine neue EU-Kosmetikverordnung. Die Techniker Krankenkasse (TK) Niedersachsen begrüßt die neue Regelung, da Haarfärbemittel Allergien auslösen können. Fast jeder zweite Jugendliche in Deutschland ist allergiegefährdet.

"Der Wunsch nach einer anderen Haarfarbe kann für modewusste Kids leider "haarig" enden, denn viele junge Menschen riskieren dadurch manchmal eine lebenslange Allergie, die auch Auswirkungen auf die spätere Berufstätigkeit haben kann", so Dr. Andrea Hoppe, Ärztin bei der TK.

Gefährliche Chemikalie

Ursache ist eine Substanz, die in zwei von drei Haarfärbemitteln enthalten ist: Die Chemikalie para-Phenylendiamin (PPD) kann Hautausschläge, Rötungen und Schwellungen im Gesicht und am Haaransatz auslösen. Experten schätzen, dass in Deutschland rund 1,3 Millionen Menschen überempfindlich auf PPD reagieren. Wer einmal gegenüber PPD sensibilisiert ist, sollte alle Produkte meiden, die diese Substanz enthalten. Denn, außer in Haarfarben, kann diese auch in dunklen Lederwaren und Textilien vorkommen. Doch damit nicht genug: PPD-Sensibilisierte reagieren über eine Kreuzallergie häufig auch auf so genannte Diazo-Farbstoffe, die ebenfalls in vielen Textilien und Schaumstoffen enthalten sind.

Lebenslang allergisch?

"Wer einmal gegenüber PPD sensibilisiert ist, kann lebenslang allergisch auf den Stoff oder auf Farben mit ähnlicher Struktur reagieren. Deshalb begrüßen wir die neue EU-Färberichtlinie, um Jugendliche vor Allergien und deren dauerhaften Folgen zu schützen", erläutert TK-Ärztin Hoppe. "Denn wenn junge Menschen bereits PPD-allergisch sind, müssen sie sich auch vor Beginn einer Ausbildung oder Jobsuche genau über das Allergierisiko an ihrem zukünftigen Arbeitsplatz informieren".

Weitere Informationen zum Thema Kontaktekzeme enthält die Broschüre "Allergien", die in den TK-Kundenberatungen erhältlich ist oder unter www.tk.de kostenfrei heruntergeladen werden kann.


[TK]

Links

Techniker Krankenkasse

ANZEIGE

Das könnte dich auch interessieren:

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung