Höheres Einkommen

Selbstständige Paare sind erfolgreicher

published: 21.12.2011

"Mann macht Karriere, Frau hütet die Kinder" – das klassische Modell der Rollenverteilung in Paarbeziehungen ist nicht mehr zeitgemäß (Foto: Ann Haritonenko/shutterstock.com) "Mann macht Karriere, Frau hütet die Kinder" – das klassische Modell der Rollenverteilung in Paarbeziehungen ist nicht mehr zeitgemäß (Foto: Ann Haritonenko/shutterstock.com)

"Mann macht Karriere, Frau hütet die Kinder" – das klassische Modell der Rollenverteilung in Paarbeziehungen ist zwar nicht mehr zeitgemäß, aber meistens sind es eben doch die Frauen, die zugunsten von Kindern und Familie beruflich kürzer treten. Doch es gibt Erwerbsmodelle, mit denen sich Familie und Karriere erfolgreich vereinbaren lassen, wie eine Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (ifm) der Universität Mannheim und des Stiftungslehrstuhls für Entrepreneurship der Universität Hohenheim zeigt. Sie ist Teil des Verbundprojektes "Durch Selbstständigkeit zur Doppelkarriere" der Universitäten Mannheim und Hohenheim. Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und zigt neue Zusammenhänge von Selbstständigkeit und Doppelkarriere in Paarbeziehungen auf.

Die Forscher haben anhand von Mikrozensusdaten Paare untersucht, bei denen beide Partner erwerbstätig und dabei jeweils so erfolgreich sind, dass man von einer "Doppelkarriere" sprechen kann. Anhand derer konnten sie herausfinden, welche Kombinationen aus Festanstellung und Selbstständigkeit zur besten Vereinbarkeit von Familie und Beruf führen. Das Ergebnis: Paare, bei denen beide Partner selbstständig sind, verfügen weit häufiger über ein höheres Einkommen und haben im Vergleich zu anderen Doppelkarrierepaaren auch öfter Kinder – letzteres vor allem dann, wenn die Frau selbstständig ist.

Doppelte Karriere

Auf Basis der Mikrozensuserhebungen analysierte Marc Langhauser, Mittelstandsforscher am ifm der Universität Mannheim, Karrieremerkmale wie wöchentliche Arbeitszeit, Einkommen, Stellung im Betrieb und Qualifikation. Deren Verteilung zeigt, dass Paaren mit zwei selbstständigen Partnern häufiger eine doppelte Karriere gelingt als Paaren mit anderen Erwerbskonstellationen: Bei einem Drittel dieser Paare weisen beide Partner ein überdurchschnittliches Einkommen auf.

Im Gegensatz dazu gilt das nur für rund zehn Prozent der angestellten Doppelverdiener. Aber auch die Selbstständigkeit nur eines Partners führt zu einer erfolgreichen Doppelkarriere. Interessant dabei ist die geschlechtsspezifische Verteilung: Ist die Frau in einer Partnerschaft selbstständig, in der beide erwerbstätig sind, lassen sich 22 Prozent dieser Paare als "Doppelkarrierepaare" identifizieren. Ist es der Mann, sind es nur 16 Prozent.

Höhere Flexibilität

"Doppelkarrieren sollen jedoch nicht nur ein höheres Einkommen gewährleisten", sagt Marc Langhauser vom ifm, Autor der Analyse. "Ihr Sinn wächst dadurch, wenn beiden Partnern nicht nur eine eigene Karriere, sondern zudem auch eine Balance zwischen Beruf und Familienleben ermöglicht wird." Ein Grund dafür, dass eine Doppelkarriere häufiger bei Paaren mit selbstständigen Partnern auftritt, könnte deshalb darin liegen, dass die Selbstständigkeit eine höhere Flexibilität in Bezug auf Arbeitszeit und -ort ermöglicht. Familie und Beruf lassen sich so besser miteinander vereinen.

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Universität Mannheim

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