Stellungnahme des Bundespräsidenten

Wulff räumt "schweren Fehler" ein

published: 05.01.2012

Christian Wulff hat sich am Mittwoch zu den neuen Vorwürfen geäußert (Foto: Public Address) Christian Wulff hat sich am Mittwoch zu den neuen Vorwürfen geäußert (Foto: Public Address)

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Bundespräsident Christian Wulff hat am Mittwoch seine Nachricht auf der Mailbox von "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann als "schweren Fehler" bezeichnet, der ihm leid tue und für den er sich entschuldige. An Rücktritt denke er nicht. Er wolle "nach fünf Jahren eine Bilanz vorlegen", dass er "ein guter, erfolgreicher Bundespräsident war". Das Staatsoberhaupt äußerte sich in einer gemeinsamen Sondersendung der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, die von insgesamt 11,49 Millionen Menschen gesehen wurde.

Im Interview mit Bettina Schausten und Ulrich Deppendorf bedauerte Wulff seine Versuche, Einfluss auf die Berichterstattung der Medien zu nehmen. Dies hätte er nicht tun dürfen, und er halte es auch mit seinem eigenen Amtsverständnis für nicht vereinbar. Er habe sich in dem Moment wohl "eher als Opfer gesehen".

Der 52-jährige Politiker hatte sich mit der Sendung "Bundespräsident Wulff stellt sich" öffentlichem Druck gebeugt, noch einmal in eigener Sache Stellung zu nehmen. Zuvor hatte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erkennen lassen, dass sie eine Erklärung vom Staatsoberhaupt erwarte. Gleichzeitig sagte ein Sprecher, Merkel habe volles Vertrauen, dass Wulff alle offenen Fragen beantworten werde.

Wulff war wegen seines engen Verhältnisses zum ehemaligen Unternehmer Egon Geerkens und aufgrund von Anschuldigungen im Zusammenhang mit einem Kredit für sein Eigenheim stark in Bedrängnis geraten. Oppositionspolitiker werfen ihm Irreführung des niedersächsischen Landtags vor. Zudem soll er versucht haben, die Berichterstattung von Medien des Springer-Konzerns zu verhindern.

[PA]

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