Forschung

Neue Wirkstoffe gegen die Pest

published: 14.01.2012

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In Europa gilt die Pest als besiegt. Doch in anderen Teilen der Welt taucht sie immer wieder auf – in Madagaskar, im Kongo, in Peru. Weil die Erreger gegen gängige Antibiotika resistent werden, müssen dringend neue Wirkstoffe entwickelt werden. Dabei ist jetzt ein Fortschritt gelungen.

Wissenschaftler von den Universitäten Würzburg und Stony Brook in den USA haben den Bindungs- und Wirkmechanismus von zwei neuen Hemmstoffen aufgeklärt, die den Erreger der Pest angreifen. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Structure" stellen sie die beiden Stoffe vor, die aus der Gruppe der Pyridone stammen.

Der Erreger der Pest ist das Bakterium Yersinia pestis. Die neuen Hemmstoffe lagern sich an das Bakterienenzym FabV an und behindern es bei seiner Arbeit. Dieses Enzym vollzieht bei der Produktion der bakteriellen Fettsäuren den letzten Arbeitsschritt. Wird es blockiert, stirbt der Pesterreger ab. Denn ohne Fettsäuren kann er seine schützende Umhüllung, die Zellmembran, nicht instand halten.

"Noch aber hemmen die beiden Stoffe das Enzym nicht gut genug", sagt Professorin Caroline Kisker vom Rudolf-Virchow-Zentrum der Universität Würzburg. Darum sollen die neuen Hemmstoffe und ihre Wechselwirkungen mit dem Enzym noch weiter analysiert und verbessert werden.

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