Statistische Untersuchung

Deutsche Fußball-Nationalspieler leben kürzer

published: 07.06.2012

Die besten Kicker Deutschlands der letzten 100 Jahre lebten nicht so lange wie der Durchschnittsbürger (Foto: Public Address) Die besten Kicker Deutschlands der letzten 100 Jahre lebten nicht so lange wie der Durchschnittsbürger (Foto: Public Address)

Die Nationalspieler der vergangenen 100 Jahre hatten eine leicht geringere Lebenserwartung als die Durchschnittsbevölkerung. Dies hat der Mediziner Oliver Kuß in einer statistischen Untersuchung herausgefunden. "Die Lebenserwartung der Kicker lag um 1,9 Jahre unter dem erwarteten Wert der Bevölkerung", fasst Kuß das Ergebnis zusammenen. Selbst 25 Jahre nach dem letzten Länderspiel lag noch eine um 0,7 Jahre reduzierte Lebenserwartung vor.

Die Studie an der an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg umfasste alle 847 Nationalspieler, die von 1908 bis 2006 ein Länderspiel für den Deutschen Fußball-Bund absolviert hatten. Von diesen Sportlern wurden die Geburts- und Sterbedaten erfasst sowie das Datum des ersten und letzten Länderspieles. Die erhobenen Daten verglichen die Wissenschaftler dann mit den erwarteten Werten aus der Normalbevölkerung verglichen.

Weltkrieg als eine Ursache?

Die geringere Lebenserwartung war vor allem in der ersten Hälfte des Betrachtungszeitraumes festzustellen. Ursachen könnten in der schlechteren medizinischen Versorgung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie im Tod von Nationalspielern im Zweiten Weltkrieg liegen. Gegen Ende des Beobachtungszeitraumes verflachte sich der Unterschied bei der Lebenserwartung von Nationalspielern und der Normalbevölkerung deutlich, so dass für die aktuellen Nationalspieler nicht mehr von einer reduzierten Lebenserwartung auszugehen ist.

Die Epidemiologen konnten zudem feststellen, dass je jünger der Nationalspieler war, als er sein erstes Länderspiel absolvierte, desto größer sein Verlust an Lebenserwartung war. Je älter der Spieler war, um so mehr nahm die Differenz bei der Lebenserwartung ab. Die Untersuchung ist in der Fachzeitschrift "Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports" erschienen.

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