Plagiatsvorwürfe

Doktorvater stützt Schavan

published: 16.10.2012

Bundesbildungsministerin Annette Schavan hat Unterstützung aus der Wissenschaft erhalten (Foto: Public Address) Bundesbildungsministerin Annette Schavan hat Unterstützung aus der Wissenschaft erhalten (Foto: Public Address)

In der Affäre um Plagiatsvorwürfe gegen Bundesbildungsministerin Annette Schavan hat sich nun ihr Doktorvater zu Wort gemeldet. Der Pädagogikprofessor Gerhard Wehle sagte in der "Rheinischen Post", die von ihm betreute Dissertation habe "absolut dem wissenschaftlichen Standard" entsprochen. Der von Schavan gewählte interdisziplinäre Ansatz sei 1980 mutig gewesen. Die Analyse sei "gelungen" und die Arbeit stelle insgesamt eine "sehr beachtliche Leistung" dar. Darüber hinaus habe er Schavan als einen "ehrlichen Menschen" kennen gelernt.

Skandalöses Vorgehen?

Vertreter der deutschen Wissenschaft kritisierten das Verfahren gegen die Ministerin ebenfalls in zum Teil scharfen Worten. Der Präsident der Humboldt-Stiftung, Helmut Schwarz, sagte in der "Süddeutschen Zeitung" es sei "skandalös", dass die Öffentlichkeit vor der Betroffenen von den Vorwürfen erfahren habe.

Prüfung der Uni dauert an

Nach dem Plagiatsjäger im Internet Schavan vorgeworfen hatten, in ihrer Dissertation "Person und Gewissen" nicht korrekt zitiert zu haben, prüft derzeit die Philosophische Fakultät der Universität Düsseldorf die Arbeit. Medien berichteten bereits, dass ein Gutachter "eine leitende Täuschungsabsicht" festgestellt habe und seiner Meinung nach das "charakteristische Bild einer plagiierenden Vorgehensweise" erkennbar sei. Schavan liegt das Gutachten noch nicht vor.

"VroniPlag" verteidigt Schavan

Bereits im Mai hatte Martin Heidingsfelder von "VroniPlag" in der "Südwest Presse" betont, es handele sich nicht um einen zweiten Fall Guttenberg. Der Gründer des Blogs, dessen Recherchen u.a. zur Aberkennung der Doktortitels der FDP-Politiker Silvana Koch-Mehrin und Georgios Chatzimarkakis führten, erklärte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung", man habe die Dissertation selbst untersucht. Seine Mitarbeiter hätten die Schwächen aber nicht als gravierend bewertet und sich deshalb gegen eine Veröffentlichung entschlossen.

[PA]

Das könnte dich auch interessieren:

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung