Nach Entzug des Doktorgrades

Soll Annette Schavan zurücktreten?

published: 06.02.2013

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) muss nach der Aberkennung ihres Doktorgrades um ihren Posten bangen (Foto: Public Address) Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) muss nach der Aberkennung ihres Doktorgrades um ihren Posten bangen (Foto: Public Address)

Nach der Entscheidung der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität, Annette Schavan den Doktorgrad abzuerkennen, gerät die Bundesbildungsministerin zunehmend politisch unter Druck. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sagte der Zeitung "Die Welt", Schavan sei als Wissenschaftsministerin nicht mehr glaubwürdig. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast findet laut "Tagesspiegel", eine Wissenschaftsministerin, der eine grobe Missachtung wissenschaftlicher Regeln nachgewiesen wurde, sei nicht mehr tragbar. Sie erwarte den Rücktritt der 57-Jährigen. Schavan gilt als Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Soll Annette Schavan zurücktreten?

  • Genau wie zu Guttenberg: Rücktritt!

  • Viel harmloser als zu Guttenberg: Sie soll bleiben!

  • Wissenschaft und Politik sollte man trennen.

  • Ist mir egal.

Schavan, die sich derzeit in Südafrika aufhält, sagte am Mittwochmorgen in Johannesburg, sie wolle nicht zurücktreten. Sie werde gegen den Entzug ihres Doktortitels juristisch vorgehen. Bereits am Dienstagabend hatten ihre Anwälte angekündigt, Klage einzureichen. Die Entscheidung der Hochschule sei in einem "fehlerhaften Verfahren" zustande gekommen.

Am Dienstagabend hatte der Rat der Philosophischen Fakultät mit zwölf Ja- und zwei Nein-Stimmen sowie einer Enthaltung für den Entzug des Doktorgrades votiert. Das Gremium sah es als erwiesen an, dass die CDU-Politikerin "systematisch und vorsätzlich" über die Dissertation verteilt gedankliche Leistungen vorgegeben habe, die sie nicht selbst erbracht habe, wie Dekan Bruno Bleckmann sagte.

"Person und Gewissen" lautet der Titel der Doktorarbeit, die Annette Schavan 1980 bei der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf einreichte. Am 22. Januar hatte die Hochschule ein Verfahren zur Aberkennung des Doktorgrades eingeleitet.

[PA]

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