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Demonstrationen in Istanbul

Türkei droht mit der Armee

published: 18.06.2013

Bundeskanzlerin Merkel fand ungewohnt scharfe Worte zum massiven Vorgehen gegen türkische Demonstranten (Foto: Public Address) Bundeskanzlerin Merkel fand ungewohnt scharfe Worte zum massiven Vorgehen gegen türkische Demonstranten (Foto: Public Address)

Obwohl die türkische Regierung gedroht hatte, gegen die Demonstranten auch die Armee einzusetzen, blieb es in der Nacht auf Dienstag in Istanbul vergleichsweise ruhig. Es kam zu vereinzelten Festnahmen bei nächtlichen Proteste auf dem Taksim-Platz.

Am Montag hatte Vize-Ministerpräsident Bülent Arinc angekündigt, die Regierung werde auch "Elemente der Streitkräfte" abkommandieren, um die Proteste zu beenden. Dem TV-Sender TRT sagte er, die Demonstrationen seien illegal und würden von nun an verhindert. Der Einsatz von Militär würde eine weitere Eskalationsstufe bedeuten. Innenminister Muammer Güler sagte jedoch laut der "Hürriyet Daily News", er habe noch keinen entsprechenden Befehl erlassen.

Seit Wochen kommt es in Istanbul zu Auseinandersetzungen zwischen regierungskritischen Demonstranten und der Polizei. Die Protestanten wenden sich gegen die islamisch-konservative Regierung von Ministerpräsident Erdogan. Am Samstag haben Sicherheitskräfte den Taksim-Platz und den Gezi-Park mit Gewalt geräumt. Dabei wurden Tränengas, Wasserwerfer und Gummigeschosse eingesetzt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Vorgehen der türkischen Sicherheitskräfte gegen die Regierungskritiker mit ungewöhnlich scharfen Worten verurteilt. "Es gab schreckliche Bilder, auf denen man sehen konnte, dass hier aus meiner Sicht viel zu hart vorgegangen wurde", so Merkel zu "RTL aktuell".

[PA]

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