Psychologie

Uhrzeigersinn entscheidet

published: 11.09.2011

Den Uhrzeigersinn gibt es offenbar wirklich: Würzburger Psychologen konnten nun nachweisen, dass die Richtung von Drehbewegungen sogar die Entscheidungsfindung beeinflussen.

Die Forscher kamen durch ein kleines Experiment zu ihren Ergebnissen: Angeblich zur Belohnung für ihre Teilnahme an einer Reihe von Versuchen – die sie in Wahrheit nur zum Schein absolviert hatten – durften die Probanden sich aus einer Reihe von Bechern mit Bonbons unterschiedlichen Geschmacks bedienen. Diese Becher wurden auf einem drehbaren Tablett präsentiert. Um die jeweilige Geschmacksrichtung lesen zu können, mussten die Versuchsteilnehmer das Tablett drehen – was jeweils nur in einer Richtung möglich war, mal im, mal gegen den Uhrzeigersinn.

Die Psyche dreht mit

Insgesamt 16 Geschmacksrichtungen waren auf der Scheibe vertreten. Acht davon waren eher gewöhnlich, so wie Apfel, Kirsche oder Zitrone. Acht andere Bonbons besaßen eher ungewöhnliche Aromen wie Popcorn, Marshmallow oder Melone. Fünf daraus sollten sich die Probanden nehmen. "Wer die Scheibe im Uhrzeigersinn gedreht hatte, wählte häufiger die ungewöhnlichen neuen Sorten", so Sascha Topolinski der zusammen mit Peggy Sparenberg vom Max-Planck- Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig die Studie durchgeführt hatte.

"Es zeigte sich, dass Kurbeln im Uhrzeigersinn weltoffener und kreativer macht", so der Psychologe. Unsere Erfahrung mit Technik bewirkt diesen Effekt, glauben die beiden. "Weniger technisierte Kulturen werden durch die Drehrichtung wohl kaum beeinflusst", vermutet Topolinski.

[TK]

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