Neue Studie

Immunsystem verfügt über Gedächtnis

published: 06.10.2011

Das Immunsystem ist unser biologisches Abwehrsystem, welches uns vor Schädigungen durch Krankheitserreger schützt. Koordiniert wird die Immunabwehr durch so genannte T-Helfer-Lymphozyten. Außerdem gibt es zwei zentrale Stoffe, das Zytokine Interferon-gamma und Interleukin-12, die das Gedächtnis unserer Immunzellen bilden. Wie genau diese Stoffe die Immunzellen schützen und wie sie zusammenspielen, hat nun Dr. Edda Schulz anhand ihrer Doktorarbeit herausgefunden.

Abwehrtaktiken werden sich gemerkt

Der Stoff Zytokine Interferon-gamma ist nämlich in der Lage unbekannte Antigene, Antikörper, zu erkennen und zu bekämpfen. Heißt, er kann verhindern, dass in den Körper eingedrungene Fremdkörper dem Immunsystem schaden. Da das Immunsystem dieses Antigen aber noch nicht kennt, muss es erst einmal unterschiedlichste Methoden zu dessen Bekämpfung ausprobieren. Dies wird als die erste Phase der Immunabwehr bezeichnet. Haben die Zellen das Antigen dann erfolgreich bekämpft, beginnt die zweite Phase. Nun kommt der zweite Stoff, Interleukin-12, ins Spiel. Dieser veranlasst die jeweilige angegriffene Zelle, sich die letzte, erfolgreiche Reaktion auf den Erreger zu merken. Trifft diese Zelle nämlich das nächste Mal noch einmal ein derartiges Antigen, reagiert es gleich mit der richtigen Methode. Auf diesem Weg bildet unser Immunsystem ein eigenes Gedächtnis.

Wichtige neue Erkenntnisse

Wissenschaftler wollen diese Mechanismen der Immunabwehr noch besser verstehen, damit beispielweise Autoimmunerkrankten schneller geholfen werden kann. Zu Autoimmunerkrankungen kommt es, wenn die, anfangs erwähnten, T-Helfer-Lymphozyten sich nicht richtig entwickeln. Die Forschungsergebnisse stellen allerdings bereits einen wichtigen Fortschritt im Kampf gegen Autoimmunerkrankungen dar.

Dr. Edda Schulz hat für ihre Doktorarbeit den Nachwuchswissenschaftlerinnen-Preis des Forschungsverbundes Berlin e.V. 2011 erhalten.

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