Infektionskrankheiten

Mysteriöser Malaria-Schutz enträtselt

published: 17.11.2011

Heidelberger Wissenschaftler haben herausgefunden, warum einige Menschen trotz eines Kontaktes mit Malaria nicht schwer erkranken. Vor allem Personen, die unter der sogenannten Sichelzellanämie, einer erblichen Veränderung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin leiden, scheinen einen natürlichen Schutz vor einem schweren Verlauf der gefürchteten Fiebererkrankung zu haben.

Warum das so ist, konnten die Forscher um Michael Lanzer vom Department für Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg nun entschlüsseln: Ein Abbauprodukt des veränderten Hämoglobins schützte vor schweren Fieberschüben der Malaria, schrieben die Forscher im renommierten Fachmagazin "Science".

Neuer Ansatz in der Malaria-Therapie

"Mit Hilfe dieser Ergebnisse haben wir erstmals einen molekularen Mechanismus beschrieben, der die Schutzwirkung dieser Hämoglobinvarianten gegen Malaria erklärt", so Professor Lanzer. Auf der Grundlage dieser Entdeckung könnte die Krankheit bald noch besser bekämpft werden.

Bereits in den 1940er Jahren haben Forscher beobachtet, dass die mit Durchblutungsstörungen verbundene Sichelzellenanämie mit ihrer charakteristischen Blutveränderung in bestimmten Bevölkerungsgruppen Afrikas besonders häufig vorkam. Diese Personen erkrankten seltener an einer besonders schwer verlaufenden Malaria.

[TK]

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