Hirnforschung

Fingerabdruck des Denkens

published: 20.02.2012

Jeder Schüler muss in der Oberstufe im Matheunterricht hochkomplizierte Rechenaufgaben lösen. Dafür braucht er auch einfache Kenntnisse der Grundrechenarten, die er in der Grundschule gelernt hat. Nach einem ähnlichen Prinzip arbeitet wahrscheinlich auch unser Gehirn, wenn es komplexe Entscheidungen treffen muss, vermuten Wissenschaftler.

Am Centrum für Integrative Neurowissenschaften der Universität Tübingen sind Hirnforscher den "Grundrechenarten" des Gehirns nun auf die Spur gekommen. Dem Team um Markus Siegel, Tobias Donner und Andreas Engel gelang es, die Schwingungsmuster von Hirnwellen, die während der Informationsverarbeitung gemessen werden, aufzuzeichnen. Sie vermuten, das ihre Daten "Fingerabdrücke" von solchen Grundrechenarten des Gehirns sind.

Studie per EEG und MEG

Für ihre Tests wurde die Gehirnaktivität von Versuchspersonen per Elektroenzephalografie (EEG) und Magnetoenzephalografie (MEG) gemessen, währende diese Entscheidungen treffen mussten. Gleichzeitig verglichen die Forscher die Daten mit zahlreichen Studienergebnissen von Kollegen und kamen so der Funktionsweise unseres Gehirns auf die Spur.

Diese Ergebnisse könnten wichtige Auswirkungen auf die Erforschung von psychiatrischen Erkrankungen wie zum Beispiel Schizophrenie, Autismus und Multiple Sklerose haben. Mit ihrer Grundlagenforschung liefern die Wissenschaftler wichtige Weichenstellungen für das Verständnis und mögliche Therapieansätze für solche neurobiologischen Erkrankungen.

[TK]

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