Studie der Universität Mannheim

Erobern Tablet-PCs die Schulen?

published: 12.06.2012

Bruchrechnen mit der Mathe-App, Chemische Formeln in 3D erstellen oder englische Texte hören, die von Muttersprachlern gesprochen werden – Tablet-PCs machen es möglich. Drei Mannheimer Schulen testen bereits den Unterricht der Zukunft: Seit vergangenem Dezember lernen ihre Schüler und unterrichten ihre Lehrer mit den flachen Minicomputern. Forscher des Lehrstuhls für Erziehungswissenschaft I an der Universität Mannheim begleiten das Modellprojekt wissenschaftlich. In einer Studie, die durch den Forschungsfonds der Universität und durch die Stadt Mannheim finanziert wird, haben sie nun herausgefunden, wie die Tablet-PCs im Unterricht bei Lehrern und Schülern angenommen werden.

Auf die Lehrer kommt es an

Dazu haben Dr. Dirk Ifenthaler und sein Team die Lehrerinnen und Lehrer vor und nach der Einführung des iPads nach ihrer persönlichen Einstellung und ihrer Motivation für diese neue Unterrichtstechnologie befragt. "Die Akzeptanz der Anwender ist der entscheidendste Faktor bei der Einführung einer neuen Technologie", sagt Dr. Dirk Ifenthaler, der das Forschungsprojekt an der Uni Mannheim leitet. "Nur wenn die Lehrer gerne mit den Tablet-PCs unterrichten und die nötigen technischen und didaktischen Kenntnisse dafür mitbringen, kann es funktionieren."

Schüler bringen Medienkenntnisse mit

Erste Ergebnisse aus der Studie zeigen: Ein Großteil der Lehrer interessiert sich für die umfangreichen Möglichkeiten der Tablet-PCs. "Es fehlen jedoch didaktische Modelle, um den Mehrwert der Tablet-PCs im Unterricht umzusetzen", erklärt Ifenthaler. "Die Schüler bringen bereits umfangreiche Medienkenntnisse für den Unterricht mit, weil sie die Technik meist schon von ihrem Smartphone oder vom Tablet-PC der Eltern kennen." Gerade die Schülerinnen und Schüler seien durch den Unterricht mit dem Minicomputer sehr motiviert. Noch ist allerdings unklar, ob die Methode auch einen pädagogischen Mehrwert hat.

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