Satirische Online-Aktion

"Yolocaust" stellt Selfie-Jäger am Holocaust-Mahnmal bloß

published: 23.01.2017

Das Berliner Holocaust-Mahnmal zieht Touristen an - unter ihnen auch gedanken- und respektlose Selfie-Jäger (Foto: Anibal Trejo / Shutterstock.com) Das Berliner Holocaust-Mahnmal zieht Touristen an - unter ihnen auch gedanken- und respektlose Selfie-Jäger (Foto: Anibal Trejo / Shutterstock.com)

Das Berliner Holocaust-Mahnmal ist ein Touristenmagnet. Nicht nur, weil es ein Ort des Gedenkens an die Ermordung von über sechs Millionen Juden während der Zeit des Nationalsozialismus ist. Das Mahnmal lädt offenbar auch zum Posen für soziale Medien ein: Touristen springen, jonglieren und turnen regelmäßig auf den über 2.700 Betonpfeilern, die das Stelenfeld der Gedenkstätte bilden, und veröffentlichen ihre strahlenden Bilder dann auf Twitter, Instagram, Facebook & Co.. Der Berliner Satiriker Shahak Shapira macht mit seinem Projekt "Yolocaust" nun auf diesen respektlosen Umgang mit dem Mahnmal aufmerksam.
 

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"Yolocaust" setzt sich zusammen aus dem Akronym "YOLO" - you only live once" (dt. "man lebt nur einmal") und der Bezeichnung "Holocaust" für den nationalsozialistischen Völkermord an Millionen europäischen Juden. Shapira, der selbst Jude ist, sammelte anstößige Selfies und Schnappschüsse von Mahnmal-Besuchern in Social-Media-Kanälen, bearbeitete sie und stellte sie auf yolocaust.de online. Auf den ersten Blick sehen die Fotos der lächelnden Besucher unverändert aus. Doch bewegt man die Maus über die Bilder, springen die Menschen plötzlich über einen Leichenhaufen oder jonglieren in einem Massengrab. Die drastische Bearbeitung überblendet die aktuellen Schnappschüsse mit Bildern aus der Zeit der Judenvernichtung. So führt Shapira der Öffentlichkeit vor Augen, welch grausame Taten sich zwischen 1933 und 1945 in Deutschland abspielten. Die akrobatischen Verrenkungen und das breite Kamera-Grinsen der Besucher erscheinen dadurch an der zentralen Holocaustgedenkstätte Deutschlands umso unpassender.
 

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Die Internetseite "Yolocaust" des 28-Jährigen, dessen Großvater den Holocaust überlebte, hat sich zu einem wahren Interneterfolg entwickelt. Die Seite wurde nach der Veröffentlichung am 18. Januar innerhalb der ersten zwölf Stunden bereits über eine halbe Million mal aufgerufen.
 

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Shapira ist in Deutschland bislang vor allem durch seinen Aufrtitt in Jan Böhmermanns "Neo Magazin Royale" und sein Buch "Das wird man ja wohl noch schreiben dürfen! Wie ich der deutscheste Jude der Welt wurde" bekannt. Shapira stammt gebürtig aus Israel und erzählt in seinem Buch unter anderem seine Familiengeschichte. Anlass der Veröffentlichung seiner Website "Yolocaust" ist der Gedenktag an die Opfer des Holocausts am 27. Januar.
 

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[Jasmin Weist]

Links

Die Holocaustgedenkstätte im Web
Shahak Shapira auf Twitter
"Yolocaust" im Web

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