Politik

15 Fragen zur Bundestagswahl 2017

published: 05.09.2017

Pointer beamtwortet für dich die 15 wichtigsten Fragen zur Bundestagswahl 2017 (Foto: MvanCaspel/Shutterstock.com) Pointer beamtwortet für dich die 15 wichtigsten Fragen zur Bundestagswahl 2017 (Foto: MvanCaspel/Shutterstock.com)

Am 24. September ist Bundestagswahl - und du steigst in diesem Politik-Dschungel nicht durch? Logisch, das alles kann ganz schön verwirrend sein — vor allem dann, wenn man sich als junger Mensch zum ersten Mal damit beschäftigt. Wer wird bei der Bundestagswahl überhaupt gewählt? Welche Parteien stehen zur Wahl und was ist der Unterschied zwischen Erst- und Zweitstimme? Pointer hat für dich 15 grundlegende Fragen beantwortet.
 

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1. Wer wird gewählt?

Gewählt werden am 24. September die mindestens 598 Abgeordneten des neuen Deutschen Bundestages. Durch sogenannte Überhangsmandate kann sich die Zahl der Abgeordneten erhöhen. 299 von den mindestens 598 Abgeordneten werden direkt in den Wahlkreisen gewählt, d.h. wer als Direktkandidat oder Direktkandidatin die meisten Erststimmen in einem der 299 Wahlkreise bekommt, zieht automatisch in den Bundestag ein. Die restlichen Abgeordnetensitze werden dann über die Landeslisten, d.h. die Zweitstimmen, vergeben — wieviele Sitze einer Partei zustehen, entscheidet sich darüber, wie hoch ihr jeweiliger Anteil bei den gültig abgegebenen Zweitstimmen ist. Yes, das ist nicht so ganz easy. Wie die Sitzverteilung im Bundestag genau funktioniert, kannst du dir deshalb hier nochmal genauer durchlesen.

Der Wahl-O-Mat bei Pointer


2. Der wievielte Bundestag wird gewählt?

Der erste Deutsche Bundestag wurde am 14. August 1949 gewählt. Er wird alle vier Jahre gewählt — am 24. September findet die Wahl des 19. Bundestages statt.

3. Wann tritt der neugewählte Bundestag zusammen?

Spätestens 30 Tage nach der Wahl tritt der neue Bundestag zusammen, um seine erste, konstituierende Sitzung abzuhalten. Dieses Jahr ist der späteste Termin der 24. Oktober 2017.

4. Welche Parteien stehen zur Wahl?

Zur Bundestagswahl 2017 treten 42 Parteien an. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass nicht jede Partei in allen Bundesländern zur Wahl steht. 34 dieser 42 Parteien treten mit eigenen Landeslisten an, acht lediglich mit Wahlkreiskandidaten. Einen super Überblick samt Kurz-Profil über die 34 Parteien mit Landesliste bietet die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) dir hier.
 

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5. Wo finde ich die Wahlprogramme der Parteien?

Du findest die Wahlprogramme der Parteien zur Bundestagswahl 2017 meist auf ihren eigenen Websites. Damit es allerdings nicht zu kompliziert wird, gibt es zudem zahlreiche Seiten, auf denen die Wahlprogramme übersichtlich verlinkt sind. Schau dir doch z.B. mal die kritische Website abgeordnetenwatch.de an oder die Auflistung von Bundestagswahl 2017. Meist findet man dort jedoch nur die Wahlprogramme der großen, etablierten Parteien — für die Wahlprogramme der nicht-etablierten Parteien braucht es dann doch den Blick auf die jeweiligen Partei-Websites.

6. Welche Partei passt am besten zu mir?

Zugegeben: Die Wahlprogramme der einzelnen Parteien sind sehr umfangreich und teilweise auch kompliziert. Kaum jemand hat die Zeit, sich in alle hineinzulesen um herauszufinden, welche Partei am besten zu den eigenen Ansichten passt. Doch es gibt einige Möglichkeiten, sich einen groben Überblick zu verschaffen im Wahl-Dschungel — die wohl bekannteste ist der Wahl-O-Mat von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Zudem gibt es die neue App WahlSwiper, die einem im Tinder-Style die passende Partei vorschlägt.

Doch welche Möglichkeit, App oder Website du auch immer nutzen solltest, um dich im Vorfeld über die Parteien zu informieren: All dies sind bloß Informationsangebote, keine Wahlempfehlungen. Du solltest dir im Anschluss unbedingt noch die Wahlprogramme der vorgeschlagenen Parteien genauer durchlesen, um herauszufinden, ob diese wirklich deine Interessen vertreten.

7. Wie stehen die Parteien zu Studi-Themen?

Ein wichtiges Thema zur Bundestagswahl ist natürlich auch die Hochschulpolitik und die Frage, wie die Parteien zu Fragen rund um BAföG, Chancengleichheit, Integration, Finanzierung, Digitalisierung, Förderung sowie Leistungsdruck stehen — und was sie planen, in ihrer Regierungszeit in diesen Bereichen zu tun. Als Studi-Portal haben wir deshalb Reporterin Julia losgeschickt, um in unserer Interview-Reihe "Pointer fragt Politiker" von den Parteien eine Stellungnahme zu Studi-Themen zu holen. Seit dem 30. August veröffentlichen wir jede Woche bis zur Bundestagswahl mindestens ein Interview. Weitere Infos darüber, wie die einzelnen Parteien zu diesen Themen stehen, findest du zudem hier auf der Seite der Hochschulrektorenkonferenz (HRK).

Bundestagswahl 2017: Pointer fragt Politiker - Was wollen Sie für Studierende tun? Am 24. September ist Bundestagswahl. Wir haben Pointer-Reporterin Julia mit Fragen losgeschickt, die vor allem für Studierende interessant sind. Sie will von den Politikern wissen, was ihre Pläne un Bundestagswahl 2017: Pointer fragt Politiker - Was wollen Sie für Studierende tun?

Bundestagswahl 2017: Pointer fragt Politiker - Was wollen Sie für Studierende tun?


8. Was ist der Unterschied zwischen Wahlkreisen und Wahlbezirken?

Ingesamt ist die Bundesrepublik Deutschland in 299 Wahlkreise eingeteilt. Jeder Wahlkreis gliedert sich für die Stimmenabgabe nochmals in Wahl- bzw. Stimmbezirke, d.h. örtliche Bereiche, in denen sich die zuständigen Wahllokale für die jeweiligen Bewohner befinden. Wahlberechtigte dürfen nur in ihrem zuständigen Wahlbezirk wählen gehen — es sei denn, sie haben vorher per Wahlschein beantragt, in einem anderen Bezirk des Wahlkreises wählen zu dürfen.

9. Wer darf wählen? Wer nicht?

An der Bundestagswahl teilnehmen darf jeder deutsche Staatsbürger und jede deutsche Staatsbürgerin, der bzw. die am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet hat und zudem seit mindestens drei Monaten wohnhaft in Deutschland ist. Zur Bundestagswahl 2017 sind damit rund 61,5 Millionen Menschen wahlberechtigt — drei Millionen von ihnen sind laut Schätzung des Bundeswahlleiters Erstwähler.

Nicht wählen dürfen diejenigen Personen, die keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, zu jung sind, bestimmte politische Straftaten begangen haben (z.B. Landesverrat), Menschen die in allen Lebensbereichen Unterstützung von einem Betreuer bzw. Betreuerin brauchen und diejenigen, die nach einer Straftat wegen einer seelischen Störung als "schuldunfähig“ deklariert wurden und in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen wurden.

10. Muss man eigentlich wählen gehen?

In Deutschland wird niemand dazu gezwungen, wählen zu gehen — es ist eine freiwillige Möglichkeit, die Politik mitzugestalten. Solltest du dir noch nicht sicher sein, ob bzw. warum du wählen gehen solltest, hat die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (lpb) zehn gute Gründe parat, dein Wahlrecht zu nutzen. Und auch unser Vlogger Patrick hat einige Gründe gefunden, seine Politikverdrossenheit abzulegen.

Patrick vloggt - Warum ich Politik interessant finde In den nächsten fünf Wochen geht es in der Politik heiß her: Wird Martin Schulz unser neuer Bundeskanzler oder setzt Deutschland auf Langbewährtes und wählt wieder Angela Merkel? Vor der Bundesta Patrick vloggt - Warum ich Politik interessant finde

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11. Wofür sind Erst- und Zweitstimme?

Jeder Wähler bzw. jede Wählerin hat zur Bundestagswahl zwei Stimmen. Unbedingt beachten: Erst- und Zweitstimme dürfen nur einmal abgeben werden. Befinden sich auf deinem Wahlschein mehr als zwei Kreuze, ist dieser ungültig. Die Erststimme befindet sich auf der linken Seite des Stimmzettels. Mit dieser wählst du die oder den Abgeordneten deines eigenes Wahlkreises — auch Direktwahl genannt. Pro Wahlkreis dürfen die Parteien lediglich eine Kandidatin oder Kandidaten zur Wahl aufstellen. Bei der Erststimme können sich aber auch parteilose Kandidaten aufstellen lassen.

Die Zweitstimme findest du rechts auf deinem Stimmzettel — sie ist dazu da, die Landesliste einer Partei zu wählen. Sprich: Hier wählst du keinen einzelnen Kandidaten oder Kandidatin, sondern eine geschlossene Liste. Auf dieser geschlossenen Liste hat eine Partei bereits intern in einer festen Rangfolge ihre Kandidaten aufgestellt, die für sie in den Bundestag einziehen sollen.

12. Wann sind die Wahllokale geöffnet?

Die Wahllokale sind am 24. September von 8 bis 18 Uhr durchgehend geöffnet.

13. Wo ist mein Wahllokal?

Die Adresse für dein zuständiges Wahllokal in deinem Wahlbezirk findest du in deiner Wahlbenachrichtigung. Diese solltest du per Post bis zum 4. September erhalten haben. Solltest du diese nicht bekommen haben, melde dich umgehend bei deinem zuständigen Wahlamt — meist befindet sich dies im Rathaus. Falls es in deiner Gemeinde anders ist, kann dir das Rathaus mitteilen, wo du dein Wahlamt findest.

14. Was muss ich zum Wahllokal mitnehmen?

Solltest du im Wahllokal wählen gehen, musst du dorthin deine Wahlbenachrichtigung mitbringen, die du per Post bekommen hast, sowie deinen Personalausweis oder Reisepass zur Identifizierung.

15. Wie funktioniert die Briefwahl?

Solltest du am 24. September nicht vor Ort sein können, um in deinem Wahllokal die Kreuzchen zu setzen, kannst du auch per Briefwahl (Wahlschein) deine Stimme abgeben. Diese Briefwahl musst du jedoch vorher beantragen. Der Antrag muss bis zum 22. September um 18 Uhr in deinem Wahlamt eingetroffen sein. Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Wahlscheinantrag zu bekommen: Er befindet sich auf der Rückseite deiner Wahlbenachrichtgung, du kannst ihn beim Wahlamt deiner Gemeinde bestellen oder auf deren Internetseite.

Bei der Briefwahl gilt, dass der Wahlschein bis zum 24. September um 18 Uhr beim Wahlamt vorliegen muss — du kannst ihn entweder persönlich dorthin bringen oder so per Post verschicken, dass er pünktlich ankommt. Der Bundeswahlleiter empfiehlt dazu, die Unterlagen spätestens am dritten Werktag vor der Wahl abzuschicken. Kommen deine Wahlunterlagen zu spät kann, können sie leider nicht gewertet werden.

Noch immer überfordert?

Falls du auch jetzt noch das Gefühl hast, bei der Bundestagswahl 2017 nicht durchzusteigen, mach dir keine Sorgen. Politik ist wahrlich kein Kinderspiel. Nimm dir also in Ruhe Zeit, dich in die Thematik einzulesen und herauszufinden, welche Partei deine Interessen am besten vertritt. Ja, das kostet extrem viel Zeit, Nerven und macht stellenweise alles andere als Spaß. Doch letztlich geht es darum, deine Stimme abzugeben und damit die Politik in Deutschland für die nächsten vier Jahre mitzugestalten. Dafür sollte man doch ein bisschen Zeit aufbringen können, oder?

Kurz erklärt: Wie funktioniert die Bundestagswahl?

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Links

Der Wahl-O-Mat im Web
Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) im Web
WahlSwiper im Web
Zum Artikel "Dein Match für die Bundestagswahl" auf Pointer
Parteien der Bundestagswahl 2017 samt Kurz-Profil auf bpb.de
Auflistung der Wahlprogramme zur Bundestagswahl 2017 auf abgeordnetenwatch.de
Auflistung der Wahlprogramme zur Bundestagswahl 2017 auf bundestagswahl-2017.com
Zum Artikel "Was wollen Sie für Studierende tun?" von Pointer
Zum Artikel "Antworten der deutschen Parteien auf die Fragen der HRK vor der Bundestags­wahl" auf hrk.de
Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) im Web
So funktioniert die Sitzverteilung im Bundestag 2017

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