Aufruf zu Protesten

YouTuber wollen gegen Artikel 13 demonstrieren

published: 15.02.2019

YouTuber wollen gegen Artikel 13 der EU-Urheberrechtsreform auf die Straße gehen (Foto: Pe3k / Shutterstock.com) YouTuber wollen gegen Artikel 13 der EU-Urheberrechtsreform auf die Straße gehen (Foto: Pe3k / Shutterstock.com)

Seit Wochen tobt das Netz: Der Grund ist Artikel 13. Nun steht der finale Entwurf der EU-Urheberrechtsreform fest. Deutsche YouTuber reagieren mit Wut. Sie rufen Millionen Follower zu Protesten auf, da Online-Petitionen und Hashtags nichts gebracht hätten.
 

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Keine süßen Katzenvideos mehr. Keine Fotos aus dem Urlaub vor dem Eiffelturm. Keine Memes, Gifs, kein YouTube, Twitter oder Instagram mehr, so wie wir es kennen. Alles was du hochlädst wird durch einen Filter gejagt und kontrolliert. Keine Zitate mehr, keine Meinungsfreiheit. Die EU Abgeordneten haben gestern entschieden dass 4,7 Millionen Stimmen, die gegen die Uploadfilter gesammelt wurden, belächelt werden und nichts zu sagen haben. Du willst dich nicht verarschen lassen? Noch können wir etwas tun, denn das EU Parlament muss noch Final abstimmen. Auf change.org könnt ihr eine Petition unterschreiben. Der @woelken hält alle immer sehr gut auf dem laufenden. Und haltet euch den 23.03.2019 im Terminkalender frei! Dort ist eine Demo geplant. Wir müssen uns wehren! . . #saveyourinternet #artikel13 #article13 #changeorg #niemehrcdu

— nancy.wenz.makeup February 14, 2019

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Besserer Schutz von geistigem Eigentum

Ziel der Urheberrechtsreform ist, dass soziale Netzwerke und Firmen wie YouTube, Facebook und Google die Rechteinhaber im Internet besser schützen sollen. Geschützte Werke müssen lizensiert werden. Bei einem Urheberrecht-Verstoß musste bisher nur der User mit einer Strafe rechnen. Durch die Reform sollen nun auch die sozialen Netzwerke bestraft werden können und zum Beispiel Geld zahlen müssen, wenn ihre Nutzer gegen das Urheberrecht verstoßen. Für Plattformen wie YouTube, Instagram und andere soziale Netzwerke heißt das konkret, dass sie durch Artikel 13 dazu verpflichtet werden, Veröffentlichungen urheberrechtlich geschützter Werke zu verhindern. Dazu könnten sie sogenannte "Upload-Filter" bzw. wie in Artikel 13 beschriebene "Inhaltserkennungstechniken" bereitstellen. Es werden also wohl Computerprogramme eingeführt werden, die die Inhalte der jeweiligen Plattform schon vor dem Hochladen überprüfen und möglicherweise blockieren.
 

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Quatschgesetz?

Für die Internet-Nutzer besteht künftig also nicht mehr die Gefahr, wegen Verstößen gegen das Urheberrecht eine Abmahnung zu kassieren. Die Verantwortung für Urheberrechtsverletzungen tragen dagegen künftig die Anbieter von Websites und Diensten. Das alles klingt erstmal nicht schlecht, doch hier sieht die Mehrheit der Leute ein großes Problem. Computerprogramme können nicht immer präzise unterscheiden, was hochgeladen werden darf und was nicht. Deshalb könnte es passieren, dass sie Inhalte zu Unrecht blockieren. Bestimmte Fotos oder Texte würden es dann nicht mehr in die sozialen Netzwerke schaffen, obwohl es eigentlich erlaubt wäre. Upload-Filter könnten z.B. Parodien nicht erkennen und Zitate würden große Probleme machen. Ein "Quatschgsetz", absurd und zudem noch teuer - beschweren sich viele Menschen im Netz. Die Reform helfe fast niemandem weiter. Auch der Europäische Gerichtshof habe bereits zweimal entschieden, dass Vorabfilterung gegen das Recht auf Meinungsfreiheit verstoße und einen Eingriff in die Privatsphäre darstelle. Außerdem wird kritisiert, dass es gerade dieser Tage deutlich wichtigere politische Themen gibt, mit denen es sich zu befassen gilt.
 

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"Frust auf die Straße tragen"

#NieMehrCDU ist die eindeutige Reaktion der Social-Media-Nutzern. Bei Twitter und Instagram herrscht ein Shitstorm gegen den CDU-Abgeordneten Axel Voss. Er ist Verhandlungsführer und ein starker Befürworter des Upload-Filters - derzeit wohl auch einer der meist-gehasste Männer des Internets.
 

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Nachdem eine Online-Petition mit über fünf Millionen Unterschriften sowie Hashtags wie #SaveYourInternet ihrer Meinung nach nichts bewirkten, wollen prominente deutsche YouTuber wie Unge oder Gronkh nun gegen die geplante Reform demonstrieren. "Wir werden einfach in ganz Europa, so lange auf die Straße gehen, bis die aufhören, über unsere Köpfe hinweg zu entscheiden!", so Unge. Damit will er den Druck auf die Politik erhöhen, nachdem der finale Entwurf für die EU-Urheberrechtsreform feststeht und in den nächsten Wochen dann die Abstimmung ansteht. Ein möglicher Termin für öffentliche Demonstrationen gegen Artikel 13 scheint der 23. März 2019 zu sein. Immer häufiger wird auf Youtube und Twitter dazu aufgerufen, an diesem Samstag auf die Straße zu gehen, um friedlich aber laut gegen Artikel 13 zu protestieren.
 

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Sinnvolle Inhalte

Zu bedenken ist, dass gerade Konzerne wie Google durch die massiven Urheberrechtsverletzungen in den letzten Jahren selbst für eine solche Gesetzesänderung mit verantwortlich sind. Eine solche Urheberrechts-Reform ist deswegen wichtig und seit langer Zeit notwendig. Auch der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger begrüßten die Einigung zum EU-Urheberrecht. Es sei eine "große Chance für unabhängigen Journalismus in der digitalen Ära". Die neue Regelung biete Verlagen erstmals die Chance, mit den großen Internet-Plattformen über die Nutzung ihrer Inhalte zu einem fairen Preis zu verhandeln. Die Urheberrechtsreform setze einen wichtigen globalen Standard für journalistische Vielfalt und unabhängige Berichterstattung.

Artikel 13 - und dann?

Bedeutet Artikel 13 wirklich den Tod für Plattformen wie YouTube? Experten sind zwar der Meinung, dass das neue Gesetz und besonders der Artikel 13 das Internet verändern könnten. Sie geben aber Entwarnung und sehen kaum die Gefahr, dass viele YouTube-Kanäle oder sogar das ganze Netzwerk gelöscht werden müssten, wie viele Menschen prophezeien. Sie gehen davon aus, dass die sozialen Netzwerke nach der Gesetzesänderung genau so funktionieren werden, wie sie es zurzeit tun.

Kommt Artikel 13 jetzt? Und dann?




Die Autorin: Anna Mohme

Die Autorin: Anna Mohme

Kaffee-Junkie, Yoga-Fan, Sonnen-Liebhaberin. Anna ist in einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein zwischen Pferden und Heuhaufen groß geworden. Nach dem Abi packte sie das Fernweh. Nach einer Weltreise durch Australien, Neuseeland und Asien kehrte sie in ihre Geburtsstadt Hamburg zurück, um ihren Traum vom Journalismus zu verwirklichen. Für Pointer schreibt sie darüber, wie es nach der Schule weitergehen kann, über Reiseziele und leckere Rezepte.

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Mehr Infos zu #SaveYourInternet
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