Eine Medienanalyse hat ergeben, dass vor allem wenig vertrauenswürdige Quellen positiv über Donald Trump berichteten (Symbolbild: Darren Halstead auf Unsplash) Eine Medienanalyse hat ergeben, dass vor allem wenig vertrauenswürdige Quellen positiv über Donald Trump berichteten (Symbolbild: Darren Halstead auf Unsplash)
Analyse

Fake News hatten großen Anteil an Trumps Medienpräsenz

Ex-US-Präsident Donald Trump hatte seine mediale Dominanz gegenüber seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden im Präsidentschaftswahlkampf 2020 vor allem der Verbreitung von Fake News und Desinformationen zu verdanken. Das hat eine Analyse von pressrelations, NewsGuard und dem Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) ergeben. Die Wissenschaftler haben eine Desinformationserkennung entwickelt und umgesetzt, die auf Basis künstlicher Intelligenz und journalistischer Expertise funktioniert. Die qualitative Analyse der Medienberichterstattung des US-Wahlkampfs 2020 ist dabei die erste Anwendung. Besonders der Vorwurf des Wahlbetrugs und die daraus resultierende Kampagne "#StoptheSteal" stachen dabei hervor.
 


Der gemeinsam entwickelte Ansatz beruht "auf der Sammlung, Aufbereitung und halb automatischen Analyse von Pressetexten und von Beiträgen in den sozialen Medien durch pressrelations, der Bewertung der Glaubwürdigkeit von Quellen nach journalistischen Qualitätskriterien durch NewsGuard und einer KI-basierten Analyse durch das Fraunhofer FKIE", erklärt der FKIE-Forschungsgruppenleiter Prof. Dr. Ulrich Schade einer Pressemitteilung seines Instituts. Ziel des Kooperationsprojekts sei es demnach "die Resilienz der Gesellschaft gegenüber Falschmeldungen und Beeinflussungen zu steigern." Der US-amerikanische Wahlkampf mache die Bedeutung dessen für den Erhalt und die Stärkung unserer demokratischen Grundordnung deutlich.

Die nun durchgeführte Medienanalyse basiert auf über 25.000 Online-Artikeln aus den USA, Deutschland, Österreich und der Schweiz, Fernsehbeiträgen sowie über 3.000 Tweets der Präsidentschaftskandidaten. Hauptsächlich stammen die Daten aus dem Zeitraum zwischen dem 1. Juni 2020 und dem Wahltag am 3. November. Die Analyse zeigt, dass etwa die Kampagne in Bezug auf Korruptionsvorwürfe gegen Bidens Sohn Hunter Biden am 14. Oktober von unseriösen Medien gestartet wurde und erst später von seriösen Medien aufgegriffen wurde. Sie ebbte allerdings schnell wieder ab. Dem gegenüber war das Thema Wahlbetrugs mittels Briefwahl über den gesamten Beobachtungszeitraum präsent. Der Anteil nicht vertrauenswürdiger Quellen in der Berichterstattung ist bei diesem Thema ebenfalls überdurchschnittlich hoch.

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