Meta-Studie

Sehr gut in Snapchat, mangelhaft in Mathe?

published: 03.03.2018

Welche Auswirkungen hat es auf die Noten von Schülern, wenn sie viel Zeit bei Instagram & Co. verbringen? (Foto: Sorapop Udomsri/Shutterstock.com) Welche Auswirkungen hat es auf die Noten von Schülern, wenn sie viel Zeit bei Instagram & Co. verbringen? (Foto: Sorapop Udomsri/Shutterstock.com)

Bringen Jugendliche in der Schule schlechtere Leistungen, wenn sie intensiv Snapchat, Facebook, Instagram und andere soziale Medien nutzen? Wissenschaftler aus Würzburg und Bamberg haben diese Annahme hinterfragt. Professor Markus Appel, Psychologe und Inhaber des Lehrstuhls für Medienkommunikation an der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg, hat sich zusammen mit seinem Team den Zusammenhang zwischen dem Social-Media-Verhalten von Jugendlichen und deren Schulnoten genauer angesehen. Da es zu dieser Frage widersprüchliche Einzelstudien gab, führten die Forscher sogenannte Meta-Analysen durch: Aus Datenbanken mit wissenschaftlichen Publikationen identifizierten sie 59 Studien, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Social-Media-Nutzung und Schulleistungen befassen. Dann werteten sie die Ergebnisse dieser Studien aus, in die insgesamt fast 30.000 junge Leute weltweit eingebunden waren.
 

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Die Ergebnisse:

Erstens:

Schüler, die sich mittels Social Media untereinander stark über schulbezogene Themen austauschen, zeigen leicht bessere schulische Leistungen.

Zweitens:

Schüler, die sich viel mit Instagram & Co. beschäftigen, während sie lernen oder Hausaufgaben machen, bringen leicht schlechtere Leistungen als andere Schüler. Diese Form von Multitasking scheint also eher ablenkend zu wirken.

Drittens:

Schüler, die sich sehr oft in soziale Netzwerke einloggen, dort häufig Nachrichten und Fotos posten und damit insgesamt viel Zeit verbringen, haben etwas schlechtere Schulnoten. Dieser negative Effekt fällt allerdings nur sehr gering aus.

Viertens:

Schüler, die besonders intensiv soziale Medien nutzen, verwenden nicht weniger Zeit aufs Lernen. Es gibt also keinen wissenschaftlich gesicherten Beleg dafür, dass soziale Medien den Schülern wertvolle Zeit für die Vorbereitung auf die Schule stehlen.
 

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Was kann man nun aus diesen Ergebnissen schließen? Führt die ausgiebige Beschäftigung mit Social Media zu leicht schlechteren Leistungen in der Schule? Oder neigen schlechtere Schüler vermehrt dazu, sich in Facebook oder auf anderen Plattformen zu verlieren? "Diese Frage können wir nicht beantworten, beide Ursache-Wirkungs-Richtungen sind möglich, aber nicht sehr stark ausgeprägt", so Appel. Fest steht wohl nur, dass die Beschäftigung mit sozialen Medien nach heutigem Wissensstand keine massiv nachteiligen Effekte auf die Schulnoten hat.

[PA]

Links

Die Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg im Web

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