Schule

In der ersten Reihe lernt man besser

published: 27.01.2019

Nicht an jedem Platz im Klassenzimmer lernt es sich gleich gut, wie eine Studie herausfand (Foto: panitanphoto/Shutterstock.com) Nicht an jedem Platz im Klassenzimmer lernt es sich gleich gut, wie eine Studie herausfand (Foto: panitanphoto/Shutterstock.com)

Schüler lernen nicht auf jedem Platz im Klassenzimmer gleich gut: Eine Tübinger Studie zeigt erstmals, dass Schülerinnen und Schüler mehr lernen, wenn sie nahe bei der Lehrkraft und nicht in der letzten Reihe des Klassenzimmers sitzen. Das gilt für alle Schulkinder gleichermaßen. Es gibt keinen stärkeren Effekt bei Kindern mit Schwierigkeiten bei der Selbstregulation von Aufmerksamkeit und Verhalten.
 

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Die Forscherinnen und Forscher der Graduiertenschule und des For-schungsnetzwerkes LEAD an der Universität Tübingen nutzten ein für die Studie eigens programmiertes virtuelles Klassenzimmer. Alle Kinder erlebten darin mittels Virtual Reality (VR-) Brillen die exakt gleiche Unterrichtssituation: entweder von einem Sitzplatz nahe bei der Lehrkraft oder in der letzten Reihe. Die Studie wurde in der Zeitschrift Learning and Instruction veröffentlicht.
 

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Die Ergebnisse dieser experimentellen Untersuchung zeigen, dass die Nähe zur Lehrkraft einen Unterschied für den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern machen kann. "Nach der gemeinsamen Mathematikstunde im Virtuellen Klassenzimmer lösten die Schülerinnen und Schüler der vorderen Sitzreihen Mathematikaufgaben schneller als die der hinteren Reihe", sagt Erstautorin Friederike Blume, die im Bereich Schulpsychologie forscht. "Wichtig ist nun, zu überlegen, wie in einem echten Klassenzimmer alle Kinder gleichermaßen von der Nähe zur Lehrkraft profitieren können." Dies könne beispielsweise erreicht werden, indem sich die Lehrkraft während des Unterrichts im Klassenraum bewege oder die Sitzposition der Schülerinnen und Schüler während eines Schuljahres regelmäßig wechsle.
 

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Insgesamt 81 Jungen und Mädchen aus fünften und sechsten Klassen, vornehmlich von Gymnasien, nahmen an der Studie teil. Mittels virtueller Realität wurde eine typische Klassensituation geschaffen, in die die Schülerinnen und Schüler mithilfe einer VR-Brille eintauchten. Sie wurden zufällig auf Plätze in der ersten Reihe, nahe bei der Lehrkraft oder in der hinteren Reihe verteilt. Dabei hatten sie virtuelle Mitschülerinnen und Mitschüler im Blick, die ab und zu den Unterricht störten, indem sie flüsterten oder sich umdrehten. In der virtuellen Lernsituation erklärte die Lehrkraft eine Lösungsstrategie für eine Mathematikaufgabe. Im Anschluss sollten die Schüler in einem Test zeigen, ob sie diese Inhalte verstanden hatten. Die Jungen und Mädchen, die in der Nähe der Lehrkraft saßen, konnten die Aufgaben deutlich schneller lösen. Das lässt den Schluss zu, dass sie den Unterricht aufmerksamer verfolgt und einen größeren Lernerfolg hatten als diejenigen, die in der letzten Reihe saßen.

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