Studie

Coronavirus: Schulen sind keine Hotspots

published: 14.07.2020

Am Institut für Virologie der der Medizinischen Fakultät der TU Dresden wurde das Serum von Schülern und Lehrern analysiert. (Foto: Stephan Wiegand/Hochschulmedizin Dresden) Am Institut für Virologie der der Medizinischen Fakultät der TU Dresden wurde das Serum von Schülern und Lehrern analysiert. (Foto: Stephan Wiegand/Hochschulmedizin Dresden)

Schulen sind keine Corona-Hotspots und der Immunisierungsgrad unter den Lehrern und Schülern ist geringer als erwartet - zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Technischen Universität Dresden in Zusammenarbeit mit dem Dresdner Universitätsklinikum Carl Gustav Carus gekommen. Am 13. Juli wurden die Ergebnisse der zweimonatigen ersten Testphase bekannt gegeben. Das Ergebnis: Von den 2045 untersuchten Blutproben ließen sich in nur zwölf zweifelsfrei Antikörper gegen das Virus nachweisen. Der Immunisierungsgrad unter den Studienteilnehmern liegt damit deutlich unter den Erwartungen (0,6 Prozent).
 

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Trotz bestätigter Corona-Fälle an einigen Schulen waren bei den Lehrern und Schülern der betreffenden Einrichtungen nicht überdurchschnittlich viele Antikörper nachweisbar. Schulen sind also keine Hotspots, wie es noch von vielen befürchtet wurde. Was die Dynamik der Verbreitung des Virus in Familien angeht, so wurde diese offenbar bisher überschätzt. Zwar gab es in 24 Familien der Studienteilnehmer mindestens einen bestätigten Corona-Fall, jedoch wurden nur bei einem der Probanden Antikörper nachweisen.
 

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Die Studie ist mit über 2000 Teilnehmern, bestehend aus Lehrern und Schülern der Klassenstufen acht bis elf, die bisher bundesweit größte Untersuchung zum Immunisierungsstatus an Schulen. Laut Professor Reinhard Berner vom Universitätsklinikum Carls Gustav Carus wird es eine zweite große Testreihe zu Beginn des neuen Schuljahres geben. Eine Dritte ist für Ende 2020 oder Anfang 2021 geplant.

Aber: Ein Nachweis von Antikörpern bedeutet nicht zwangsläufig Schutz. "Zudem gibt es bei jedem Test auch sogenannte falsch positive Befunde, die vermeintliche Antikörper anzeigen, die tatsächlich gar nicht vorhanden sind. Wir haben deshalb positive Befunde zwei weiteren Testungen unterzogen", meint Prof. Alexander Dalpke. Daher ist die Studie auch über einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt.

[PA]

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