Bundesinstitut für Berufsbildung

Ausbildungs-Chancen für Migranten geringer

published: 22.05.2017

Die Suche nach einem Ausbildungsplatz verläuft für junge Migranten weniger erfolgreich als für Jugendliche ohne Migrationshintergrund, wie eine Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung zeigt (Foto: GaudiLab/Shutterstock.com) Die Suche nach einem Ausbildungsplatz verläuft für junge Migranten weniger erfolgreich als für Jugendliche ohne Migrationshintergrund, wie eine Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung zeigt (Foto: GaudiLab/Shutterstock.com)

Die Suche nach einem Ausbildungsplatz ist für junge Migranten in den Jahren 2004 bis 2016 deutlich weniger erfolgreich gewesen als für Jugendliche ohne Migrationshintergrund. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Bundesinstituts für Berunfsbildung (BIBB) auf Basis von Befragungen ausbildungsreifer Jugendlicher, die bei der Bundesagentur für Arbeit als Bewerber um einen Ausbildungsplatz gemeldet waren.
 

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Die Migranten wiesen in den Jahren 2004 bis 2016 im Vergleich zu ihren Altersgenossen ohne Migrationshintergrund deutlich niedrigere Schulabschlüsse auf. Ihre schlechteren Chancen, eine Lehrstelle zu ergattern, lassen sich aber nicht allein auf ihre geringeren schulischen Qualifikationen zurückführen. Junge Migranten haben selbst bei gleichem Schulabschluss seltener einen Ausbildungsvertrag unterschrieben.

Unterschiede je nach Herkunfsregion

Innerhalb der Bewerbungsgruppen gibt es große Unterschiede: Insbesondere für Jugendliche, deren Familien aus der Türkei oder anderen arabischen Staaten stammen, ist es besonders schwer, eine Ausbildungsstelle zu finden. 2016 fingen nur 22 Prozent der Bewerber türkisch-arabischer Herkunft eine duale Ausbildung an. Demgegenüber waren 30 Prozent der Jugendlichen mit Herkunft aus osteuropäischen Staaten und 27 Prozent derjenigen mit südeuropäischen Wurzeln bei der Ausbildungssuche erfolgreich.
 

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Bewerber mit Migrantionshintergrund sind aktiver

2016 bemühten sich Bewerber mit Migrationshintergrund intensiv um einen Ausbildungsplatz. Sie erkundigten sich bei Betrieben nach Ausbildungsangeboten und verschickten mehr schriftliche Bewerbungen. Allerdings wurden sie deutlich seltener zu Vorstellungsgesprächen oder betrieblichen Einstellungstests eingeladen als ihre Altersgenossen. Insgesamt hat sich die Gruppe der Bewerber seit 2004 deutlich verändert: Zunehmend sind junge Migranten bereits in Deutschland geboren, 2016 traf dies zu 65 Prozent zu. Immer häufiger haben sie Deutsch als erste Sprache im Kindesalter gelernt - für 67 Prozent der Jugendlichen mit Migrantionshintergrund ist Deutsch die Muttersprache. 60 Prozent von ihnen besitzen sogar die deutsche Staatsangehörigkeit.

Flüchtlinge in der Analyse kaum berücksichtigt

Der Anteil der Bewerber mit Migrationshintergrund an allen gemeldeten Bewerbern ist von 20 Prozent im Jahr 2004 um neun Prozent gestiegen. Von der großen Zahl der 2015 und 2016 nach Deutschland geflüchteten jungen Menschen waren im Jahre 2016 erst sehr wenige als Ausbildungsstellenbewerber bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Diese Gruppe ist daher in den Befragungsdaten noch so gut wie nicht repräsentiert.


[PA]

Links

Bundesinstitut für Berufsbildung im Web
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