Studie

Frauen bei der Ausbildungssuche diskriminiert

published: 06.06.2017

In männlich dominierten Branchen haben Frauen weniger Chancen auf einen Ausbildungsplatz (Foto: Dusan Petkovic/SHutterstock.com) In männlich dominierten Branchen haben Frauen weniger Chancen auf einen Ausbildungsplatz (Foto: Dusan Petkovic/SHutterstock.com)

Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz werden Frazen benachteiligt. Ihre Bewerbungen werden schlechter als die der männlichen Bewerber eingestuft, auch wenn sie die gleichen Voraussetzungen mitbringen wie Notendurchschnitt und praktische Erfahrungen. Das zeigen Dorothea Kübler und Robert Stüber vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) gemeinsam mit Julia Schmid (Deutsches Institut für Wirtschafsforschung) in einer aktuellen Studie.


Das Ausmaß der Diskriminierg variiert zwischen Unternehmen, Branchen und Berufen. Entscheidend für die Benachteiligung von Bewerberinnen ist offenbar, wie groß der Frauen- und Männeranteil in den Berufen ist. Besonders stark benachteiligt werden Frauen, wenn sie sich für Ausbildungen in männerdominierten Branchen bewerben, etwa für technische Berufe wie Mechatroniker. Männer, die sich für Ausbildungsberufe mit hohem Frauenanteil bewerben, haben keinerlei Nachteile.


Beim Zugang zu Berufen mit einem geringeren sozialen Status haben Bewerberinnen ebenfalls schlechtere Chancen als ihre männlichen Mitstreiter. Bei Berufen mit höherem Status werden demnach Frauen weniger diskriminiert. Die Bewertung von Frauen, die sich für einen Ausbildungsplatz als Fachfrau für Systemgastronomie bewerben, ist um fast einen Bewertungspunkt schlechter als die für männliche Bewerber. Zum Vergleich: In der Schule würde es für Frauen statt der Note 2, die im Zeugnis steht, eine Note 3 geben. Bei Bewerbungen für Berufe im mittleren Stand wie zum Beispiel zur Erzieherin, schneiden Frauen ebenfalls schlechter ab. Im Gegensatz dazu werden Bewerbungen von Männern und Frauen bei Berufen mit höherem Status ungefähr gleich bewertet.



[PA]

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Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) im Web

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