Statistisches Bundesamt

Die beliebtesten Ausbildungsberufe

published: 05.09.2017

Im Jahr 2016 wurden ca. 510.000 neue Ausbildungsveträge geschlossen. Am beliebtesten bei jungen Frauen und Männern: Kauffrau bzw. Kaufmann im Einzelhandel (Foto: racom/Shutterstock.com) Im Jahr 2016 wurden ca. 510.000 neue Ausbildungsveträge geschlossen. Am beliebtesten bei jungen Frauen und Männern: Kauffrau bzw. Kaufmann im Einzelhandel (Foto: racom/Shutterstock.com)

Wenn man in der Grundschule nach dem Traumberuf fragt, erhält man noch Antworten wie Superman, Feuerwehrfrau oder Megastar. Ein paar Jahre später, nach dem Schulabschluss, sieht das ganz aus: Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat in einer neuen Studie die beliebtesten Ausbildungsberufe 2016 ermittelt. An erster Stelle steht die Ausbildung zur Kauffrau bzw. zum Kaufmann im Einzelhandel. Welche weiteren Ausbildungen sich unter den Top fünf befinden und warum die Studie bereits jetzt die Probleme des demographischen Wandels aufzeigt — all das verrät Pointer dir hier.

Weniger neue Ausbildungsverträge als 2015

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden 2016 rund 510.000 neue Ausbildungsverträge geschlossen — 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die fünf beliebtesten Ausbildungsberufe ingesamt: Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel, Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement, Verkäufer/-in, Kraftfahrzeugmachatroniker/-in sowie Industriekaufmann/-kauffrau. Dabei spielt bei der Berufswahl offenbar sowohl das Geschlecht eine Rolle als auch die schulische Vorbildung.


Unterschiede nach Geschlecht und schulischer Bildung

Bei den weiblichen Jugendlichen lag die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement auf Platz eins (10,3 Prozent). Die männlichen Jugendlichen interessierten sich am häufigsten für eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker (6,4 Prozent). Auch die schulische Vorbildung scheint einen Einfluss auf die Ausbildungswahl zu haben: Jugendliche mit Hochschulzugangsberechtigung entschieden sich am häufigsten für die Ausbildungen zum Industriekaufmann/-kauffrau, Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement und Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Außenhandel. Jugendliche ohne Hauptschulabschluss bevorzugtendie Ausbildung zum Verkäufer bzw. Verkäuferin — gefolgt vom Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel und für Büromanagement.

Ingesamt fiel der Anteil der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss (3,1 Prozent) unter allen neu geschlossenen Ausbildungsverträgen gegenüber den Jugendlichen mit Hochschulzugangsberechtigung (28,4 Prozent) deutlich geringer aus. Zudem interessant: Weibliche Jugendliche mit Hochschulzugangsberechtigung begannen deutlich häufiger eine Ausbildung (34,5 Prozent) als männliche Jugendliche (24 Prozent). Die Zahl der männlichen Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss (3,6 Prozent) ist höher als der von weiblichen Jugendlichen (2,4 Prozent).


Auswirkungen des demographischen Wandels

Was die Ergebnisse des Statistischen Bundesamts zudem zeigen, ist der tiefgreifende Wandel, in dem sich der Ausbildungsmarkt gegenwärtig befindet. Dies liegt nicht nur daran, dass immer mehr Schulabgänger ein Studium einer Ausbildung vorziehen, sondern auch an den Auswirkungen des demographischen Wandels. Während es früher vor allem viele Bewerber und zu wenig offene Ausbildungsstellen gab, sieht es heute anders aus: Es fehlt an Fachkräften. Während immer mehr Menschen in Rente gehen, gibt es nicht genug junge Ausgebildete, die diese offenen Stellen füllen können.

So gibt es zwar viele Bewerbungen auf Ausbildungen im Bereich der Verwaltungs- und Büroberufe, Tierpflege, Medienberufe und im kreativen-künstlerischen Bereich. Demgegenüber haben Arbeitgeber in den Branchen Hotel- und Gaststättengewerbe, Bau und Speditionen große Probleme damit, ihre Lehrstellen zu besetzen. Zahlen verdeutlichen dies: Noch im Juli 2016 gab es 179.000 offene Lehrstellen und 188.000 Bewerber, die keine Lehrstelle finden konnte. Eine Lücke, die immer mehr zum Problem wird und künftig geschlossen werden muss — und das möglichst schnell, um den Herausforderungen des sich wandelnden Ausbildungsmarktes erfolgreich standzuhalten.



Die gesamten Ergebnisse der Studie des Statistischen Bundesamtes zur Beruflichen Bildung 2016 findest du hier als Download.

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Links

Das Statistische Bundesamt (Destatis) im Web
Die Studie im Überblick auf Destatis.de

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