Studie

Den Medienkonsum von Kindern einschränken?

published: 15.06.2018

Kindern den Umgang mit Medien zu begrenzen, kann sich sowohl positiv als auch negativ auswirken (Foto: Ivana P. Nikolic/Shutterstock) Kindern den Umgang mit Medien zu begrenzen, kann sich sowohl positiv als auch negativ auswirken (Foto: Ivana P. Nikolic/Shutterstock)

Einige Eltern neigen dazu, die Medien für schlechte Schulnoten verantwortlich zu machen. Bestimmt kennst du Kinder, deren Umgang mit Medien von ihren Eltern eingeschränkt wird. Möglicherweise hast du selbst solche Eltern. Grundsätzlich ist die Intention hinter dieser Art von Medienerziehung verständlich, aber ist sie auch wirksam? Eine Studie der Universität Zürich hat sich dieser Frage angenommen.
 

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Es gibt viele Argumente, die gegen einen hohen Medienkonsum ins Feld geführt werden. Zu den vermeintlichen Auswirkungen zählen unter anderem Aufmerksamkeitsverlust, stärkere Gewaltbereitschaft und geringere Gedächtnisleistung. Glaubt man das, sollten Kinder, die verstärkt Medien ausgesetzt waren, später im College schlechter abschneiden. Oder im Umkehrschluss: Studierende, die in ihrer Kindheit eingeschränkten Zugang zu Medien hatten, sollten bessere Noten bekommen. Die beiden Forscher Drew P. Cingel und Eszter Hargittai fanden allerdings heraus, dass eine solch vereinfachte Annahme nicht stimmt.
 

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Der Unterschied liegt laut der Untersuchung nicht in der Einführung von Regeln, sondern in den Gründen dafür. Argumentieren die Eltern mit fehlender Zeit für die Schule und den Hausarbeiten, fielen die Leistungen am College sogar schlechter aus als die der Kinder ohne Regeln. Anders sieht es hingegen bei gesundheitlichen Bedenken aus. Studierende, deren Eltern die Einschränkungen mit Bewegungsmangel, schlechter Körperhaltung, oder Belastung der Augen begründeten, haben im Vergleich einen besseren Notenspiegel. Dies könnte jedoch auch mit anderen Faktoren zusammenhängen: So fördern gesundheitsbedachter Eltern möglicherweise auch andere, bildende Aktivitäten.
 

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Cingel und Hargittai fanden außerdem heraus, dass die Begründung für die Regulierung des Medienkonsums von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Während Jungs zum Beispiel eher die Gesundheit und die vergeudete Zeit als Grund genannt bekommen, wird bei Mädchen besonders das Argument der Sicherheitsbedenken verwendet. Einen Lösungsansatz sieht Hargittai darin, mit den Kindern über den Medienkonsum zu diskutieren und die Unterschiede zwischen den einzelnen Medien zu berücksichtigen. "Bestimmte Spiele können zum Beispiel hilfreich sein, um das strategische Denken und analytische Fähigkeiten zu entwickeln", so Hargittai. Sollten sich also deine Eltern das nächste Mal beschweren, dass du zu viel fernsiehst, am Computer hängst oder das Smartphone nicht aus der Hand legst, frag sie doch mal nach den Gründen dagegen.

[PA]

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Die Pressemitteilung der Universität Zürich zur Studie

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