Genf

Bildungs-Pflicht bis 18 Jahre

published: 07.08.2018

Schulbank drücken: In Genf brechen viele Jugendliche vorzeitig die Schule ab. Dies soll sich nun ändern (Fotot: LStockStudio/Shutterstock.com) Schulbank drücken: In Genf brechen viele Jugendliche vorzeitig die Schule ab. Dies soll sich nun ändern (Fotot: LStockStudio/Shutterstock.com)

Was willst du später mal werden? Jeder junge Mensch muss sich mit dieser Frage mehr oder minder freiwillig auseinandersetzen. In Genf kommen viele zu der Antwort: keine Ahnung. Knapp 550 Jugendliche im Schweizer Kanton absolvieren die obligatorische Schulbildung und machen danach nicht weiter – keine Ausbildung, keine Schule, nichts. Dagegen muss etwas getan werden, hat sich die dortige Regierung gedacht, und führt dieses Jahr eine "obligatorische Bildungspflicht bis zum 18. Lebensjahr" ein. Was bedeutet das?
 

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50 neue Stellen geschaffen

Genf hat ein offensichtliches Problem: In keinem anderen Kanton in der Schweiz gibt es so viele Menschen unter 25 Jahren, die keine Erstausbildung haben – 17 Prozent haben nur die obligatorische Schulzeit absolviert. Danach nehmen sie entweder Gelegenheitsjobs an oder werden arbeitslos. Um dies zu ändern, hat Genf nun viel Geld in die Hand genommen und rund 50 neue Stellen für Lehrpersonal, Sozialarbeiter/innen, Psycholog/innen und Berufsberater/innen geschaffen. Was diese leisten sollen: Sie sollen Jugendlichen helfen, nach dem Abbruch der Schule den Weg zur passenden Ausbildung zu finden.


 
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Ausbildung statt Arbeitslosigkeit

"Bildungspflicht bis zum 18. Lebensjahr" heißt dieser Plan und soll zum diesjährigen Schuljahr 2018/19 in Kraft treten. Minderjährigen ist es damit nicht mehr erlaubt, die Schule vor dem 18. Lebensjahr abzubrechen, wenn sie keine Alternative haben. Die neue Regelung: Wer vor der Volljährigkeit abbrechen will, muss vorher zur Berufsberatung oder ähnlichen Anlaufstellen. Dort wird dann gemeinsam ein individueller Plan erstellt, um eine alternative Ausbildungslösung zu finden. So sollen die jungen Menschen dazu animiert werden, sich mit ihrer Zukunft auseinanderzusetzen und herauszufinden, was sie wirklich wollen, statt in der Arbeitslosigkeit zu enden.

Diese obligatorische Bildungspflicht bis zum 18. Lebensjahr wurde 2012 vom Genfer Stimmvolk mit 80 Prozent angenommen und ist damit in der Genfer Verfassung festgehalten. Mit der Umsetzung in diesem Jahr nimmt der Schweizer Kanton eine Vorreiterrolle in der Bildungslandschaft des Landes ein. Wie erfolgreich diese Maßnahme ist, bleibt abzuwarten. Dass es Genf ernst ist, zeigt allein die Investition: 7,5 Millionen Franken kostet die obligatorische Bildungspflicht jedes Jahr.
 

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Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Zur Pressemitteilung der "obligatorischen Bildungspflicht bis zum 18. Lebensjahr"

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