KfW-Mittelstandspanel

Weibliche Auszubildende verdienen weniger

published: 03.09.2018

Ausbildung nach der Schule: Junge Frauen entscheiden sich deutlich häufiger als Männer für den Beruf der zahnmedizinischen Fachangestellten  (Foto: Solis Images/Shutterstock.com) Ausbildung nach der Schule: Junge Frauen entscheiden sich deutlich häufiger als Männer für den Beruf der zahnmedizinischen Fachangestellten (Foto: Solis Images/Shutterstock.com)

Für viele heißt es nach der Schule: Ausbildung statt Hörsaal. Doch der Weg in die Ausbildung nimmt für junge Männer und Frauen oft deutlich unterschiedliche Wege, wie eine Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels zeigt. Sie liegt der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) vor und wurde pünktlich zum Start des neuen Ausbildungsjahres veröffentlicht. Pointer hat die Ergebnisse für dich im Überblick und zudem eine Antwort darauf, warum Frauen bereits in der Ausbildung weniger verdienen als Männer.
 

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Frauen entscheiden sich eher für soziale Berufe

Es ist keine wirkliche Überraschung: Junge weibliche Azubis zieht es vor allem zu Berufen im Gesundheits-, Erziehungs- und sozialen Sektor. Hier dominieren die weiblichen Auszubildenden im Gegensatz zu ihren männlichen Altersgenossen. Anders sieht es im Dienstleistungsbereich aus – hier ist der Anteil weiblicher und männlicher Auszubildender ausgewogen. Und auch dies ist keine wirklich Überraschung: Im verarbeitenden Gewerbe liegt der weibliche Anteil der Auszubildenden lediglich bei 27 Prozent, im Bausektor sind sie mit 14 Prozent noch seltener vertreten.


 
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Männer dominieren in technischen Ausbildungsberufen

Während sich ein Fünftel der Männer für eine Auszubildung in den Bereichen Mechatronik, Industriemechanik oder Elektrotechnik entscheidet, schlagen Frauen diesen Weg deutlich seltener ein. Sie ziehen die Dienstleistungs- und kaufmännischen Berufe vor, wobei sich jede vierte der jungen Frauen vor allem für die Berufe der (Zahn-)Medizinischen Fachangestellten oder Kauffrau für Büromanagement entscheidet. Ausbildungen, für die sich hingegen nur jeder fünfzigste (!) junge Mann entscheidet.

Frauen bevorzugen schulische Ausbildungsform

Doch nicht nur die Wahl des Ausbildungsfaches unterscheidet sich bei jungen Männern und Frauen – auch die Wahl der Ausbildungsart. So entschieden sich weibliche Auszubildende deutlich öfter für eine schulische Form an Berufsfachschulen – ihr Anteil liegt dort bei rund 80 Prozent. Junge Männer zieht es dagegen öfter in Betriebe, wo sie ihre Ausbildung absolvieren – der Frauenanteil bei betrieblichen Ausbildungen liegt hingegen bei lediglich 38 Prozent. Zudem entschlossen sich Frauen häufiger als Männer dafür, ihre betriebliche Ausbildung in Kleinunternehmen zu machen, als in großen Firmen und Konzernen zu starten.
 

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Gender Pay Gap beginnt in der Ausbildung

Die oben aufgeführten Gründe führen dazu, dass weibliche Auszubildende weniger verdienen als ihre männlichen Altersgenossen. Laut des KfW-Mittelstandspanels lag die durchschnittliche Tarifvergütung im Ausbildungsjahr 2017 bei 885 Euro im Monat – weibliche Azubis erhielten im Durchschnitt 860 Euro und verdienten damit rund drei Prozent weniger als die männlichen. Dies liegt zum einen daran, dass Frauen sich häufiger für den Dienstleistungssektor entschieden und die Männer für technische Berufe, die besser vergütet werden – zum anderen an der Tatsache, dass Frauen lieber in kleine Betriebe gehen, in denen weniger gezahlt wird als in den Großkonzernen, für die sich die jungen Männer entscheiden.

Auch wenn 25 Euro Unterschied in Monat auf den ersten Blick nicht viel klingt, ist der ungleiche Verdienst von männlichen und weiblichen Azubis nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Er stellt laut KfW-Chefvolkswirt Jörg Zehner bereits den ersten Schritt zur heiß diskutierten Gender Pay Gap dar, die später durch die unterschiedlichen Karrierewege, die die weiblichen und männlichen Auszubildenden nach ihrem Abschluss einschlagen, noch weiter verstärkt wird.

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Zum Artikel "Diese Lehrberufe sind weiblich" der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ)
Das KfW-Mittelstandspanel im Web

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