Ausbildung

Rollenbilder bei der Berufswahl ändern sich langsam

published: 14.08.2019

Bisher von Männern dominierte Ausbildungsberufe gewinnen bei Frauen an Beliebtheit (Foto: Robert Kneschke/Shutterstock.com) Bisher von Männern dominierte Ausbildungsberufe gewinnen bei Frauen an Beliebtheit (Foto: Robert Kneschke/Shutterstock.com)

Klischeefrei in eine Ausbildung starten: Geht das? Leider noch nicht, aber die Aussichten für die Zukunft sind nicht schlecht. Die geschlechterspezifischen Berufsvorstellungen von Jugendlichen ändern sich zwar langsam, aber sie ändern sich, meint Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). So ist der Beruf Kraftfahrzeugmechatroniker/in - bei den Jungen seit Jahren auf Platz eins - im Ranking um die beliebtesten Ausbildungsberufe der Frauen zwischen 2016 und 2018 um sieben Ränge gestiegen, der Beruf Fachinformatiker/in stieg sogar um neun Ränge. Letzterer lag bei den Jungen auf Platz drei. Doch auch hier zeigt sich eine Entwicklung: Der Beruf Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, bei den Mädchen auf Platz drei, stieg im gleichen Zeitraum bei den Jungen um 18 Ränge, der Frisörberuf immerhin um sechs Ränge, wie "newsburger.de" berichtet. Allerdings gibt es insgesamt noch immer deutlich weniger weibliche Auszubildende in handwerklichen Berufen als männliche.
 

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Chancen nutzen

Angesichts des Fachkräftemangels ist das Festhalten an Stereotypen aus Sicht der Wirtschaft ungünstig. Auch schränken sich Jugendliche oft dadurch, dass sie den gängigen Rollenbildern hinterherlaufen, unbewusst in ihrer Berufswahl ein. Bereits mit acht Jahren hätten Kinder klare Vorstellungen davon, ob ein Beruf eher männlich oder weiblich sei, sagte die Arbeitsmarktsoziologin Brigitte Schels von der Universität Erlangen-Nürnberg der "Berliner Morgenpost". Das Problem werde zusätzlich dadurch verschärft, dass den Jugendlichen nur ein Bruchteil aller zur Verfügung stehenden Ausbildungsberufe bekannt sei, betont Dercks. Dadurch würden Jugendliche viele interessante Chancen erst gar nicht ergreifen.
 

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Initiative zeigen

Um Klischees weiter aufzuweichen und Jungen und Mädchen eine freie und gleichberechtigte Berufswahl zu ermöglichen, bedarf es weiterhin gesamtgesellschaftlichen Engagements. Initiativen wie "Klischeefrei", eine Aktion zur Berufs- und Studienwahl ohne einschränkende Vorurteile, sowie der Girls'Day und Boys'Day leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Dies veranschaulichen auch die Ergebnisse der Studie "Girls'Day und Boys'Day – klischeefreie Berufsorientierung, die wirkt!": Mehr als jedes vierte Unternehmen mit Mehrfachbeteiligung am Girls'Day stellte später ehemalige Teilnehmerinnen als Praktikantinnen oder Auszubildende ein. Für die am Boys'Day beteiligten Unternehmen lag der Anteil immerhin bei 17 Prozent. Außerdem gaben nach dem Girls'Day 2018 70 Prozent der Mädchen an, Berufe kennengelernt zu haben, die sie wirklich interessierten. Der Anteil der Jungen, der am Boys'Day Gesundheitsberufe kennengelernt hatte und diese interessant fand, war ähnlich hoch. Die Erhebung belegt also, dass Aktionstage wie der Girls' und Boys' Day das Berufs- und Studienwahlspektrum von Mädchen und Jungen erweitern und sie so unterstützen.
 

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[Lena Toschke]

Links

Der DIHK im Web
"Klischeefrei" im Web
Zur Webseite des Girls'Days
Zur Webseite des Boys'Days
Die Evaluationsbroschüre mit der Studie kannst du dir hier unter "Weitere Infos" herunterladen

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