2020

Bildungsbericht: Trend zum Abi erstmals rückläufig

published: 24.06.2020

Der Schwerpunkt des diesjährigen Bildungsberichts lautet "Bildung in einer digitalisierten Welt" (Symbolbild: Monkey Business Images/Shutterstock.com) Der Schwerpunkt des diesjährigen Bildungsberichts lautet "Bildung in einer digitalisierten Welt" (Symbolbild: Monkey Business Images/Shutterstock.com)

Der Trend zu höherer Bildung scheint an seine Grenzen zu stoßen. Das geht aus dem Bildungsbericht Bildung in Deutschland 2020 hervor. Dieser wurde am 23. Juni von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU), der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin und Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) Dr. Stefanie Hubig sowie dem Sprecher der Autorengruppe, Prof. Dr. Kai Maaz (DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation) vorgestellt. Der im zweijährigen Turnus erscheinende Bericht nimmt die Entwicklung und gegenwärtige Lage des deutschen Bildungswesens in den Blick.
 

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"Dieser Bildungsbericht ist ein weiterer Gradmesser, wo wir in der Bildung in Deutschland stehen. Es gibt viel Licht, aber auch noch Schatten", sagte Karliczek , die Bundesministerin für Bildung und Forschung. Der Bericht dokumentiert positive Entwicklungen. So wurde das Bildungspersonal quantitativ in den letzten Jahren ausgebaut, doch der Bedarf werde laut Autorengruppe noch weiter wachsen. Eine Grenze scheint hingegen bei der höheren Bildung erreicht zu sein. Zwar werde ein steigender Bildungsstand in der Bevölkerung in Form von Hochschulreife und -abschluss sichtbar, doch der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die das Abitur machen, ist laut Bericht zurückgegangen. Gleichzeitig ist der Anteil der Schüler, die nicht mit mindestens einem Hauptschulabschluss von der Schule gehen, gestiegen. In der Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung werden zudem kontinuierlich höhere Bildungsausgaben, höhere Durchlässigkeit des Bildungssystems und gestiegene Flexibilität bei Bildungsentscheidungen als Beispiele für positive Entwicklungen genannt.
 

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Zu den von der CDU-Politikerin Karliczek angesprochenen Schattenseiten gehört neben dem gestiegenen Anteil derer, die ohne Schulabschluss bleiben, der weiterhin große Einfluss des sozialen Hintergrunds auf den Bildungserfolg. Die Chancen zur Teilhabe variieren demnach nach sozialen und migrationsspezifischen Unterschieden sowie regionalen Disparitäten. Auch in der digitalen Bildung identifiziert der aktuelle Bildungsbericht Nachholbedarf. Sie stellt das Schwerpunktthema des diesjährigen Berichts dar. Dr. Stefanie Hubig sagte: "Wir sehen in der Corona-Krise, dass wir bei der digitalen Bildung aufholen müssen. Die Länder haben schnell reagiert, um die direkten Auswirkungen abzufedern. Gleichzeitig müssen Bund, Länder und Schulträger jetzt gemeinsam schulische Strukturen stärken, die langfristig ausgelegt sind."
 

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Im Bildungsbericht heißt es, zwischen den Bildungsbereichen und -einrichtungen gebe es große Unterschiede hinsichtlich der Nutzung digitalen Lernens. Auch der Zugang zu digitalen Medien sei nicht überall gleich und eben abhängig von der sozialen Herkunft. Das wirke sich auf den Erwerb digitaler Kompetenzen aus. Zudem sei die Infrastruktur zwar wichtig, doch ohne Konzepte, die derzeit noch fehlten, könne die Technik nicht didaktisch sinnvoll eingesetzt werden. Auch in der Aus- und Weiterbildung des pädagogischen Personals werde die digitale Technik noch nicht systematisch integriert. Der globale Trend zur Digitalisierung insgesamt zeige sich aber auch schrittweise im Bildungssystem.
 

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Studierende sind laut Bericht auf dem Arbeitsmarkt weiterhin sehr gefragt. Bis zum Bachelor brauchen sie aber länger als vorgesehen. Zwar wird der Abschluss deutlich früher erreicht als in den traditionellen Studiengängen, doch laut Studie gibt es einen Trend zur Verlängerung des Studiums. So betrage die durchschnittliche Studiendauer an Universitäten 7,8 Semester und an Fachhochschulen 7,6 Semester. Nur 40 Prozent derStudentinnen und Studenten an Fachhochschulen machen im Anschluss einen Master, während es an den Universitäten 90 Prozent sind.

Der Autor: Hauke Koop

Der Autor: Hauke Koop

In Lüneburg geboren und aufgewachsen, zog es Hauke für die Ausbildung nach Hamburg. Im Anschluss begann er in der Hansestadt ein Studium der Politikwissenschaft. Der Cineast und Serienjunkie fährt gerne lange Strecken mit dem Fahrrad und findet Radrennen auch im Fernsehen spannend. Für Pointer schreibt er unter anderem über Filme, Musik und aktuelle (Uni-) Themen.

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Der Bildungsbericht 2020 im Web

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