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Ende September dieses Jahres blieben unter anderem in Verkaufsberufen noch Ausbildungsplätze unbesetzt (Foto: Rawpixel.com) Ende September dieses Jahres blieben unter anderem in Verkaufsberufen noch Ausbildungsplätze unbesetzt (Foto: Rawpixel.com)
Bilanz

Weniger Ausbildungsplätze und Bewerber durch Corona

Im Zeitraum von Oktober 2019 bis September 2020 wurden bei den Jobcentern und Agenturen für Arbeit insgesamt 530.300 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Das sind 41.700 weniger als im Vorjahr. Die Ausbildungsvermittlung nahmen ebenfalls fast 40.000 Bewerber weniger in Anspruch. Diese Zahlen hat die Bundesagentur für Arbeit jetzt in der Ausbildungsmarktbilanz 2019/2020 veröffentlicht. Beim überwiegenden Teil der Stellen handelt es sich um betriebliche Ausbildungsstellen: Sie reduzierten sich um 41.500 auf insgesamt 514.600. Nur 46 Prozent der Bewerber nahm eine Ausbildungsstelle an. Jeder Vierte zog einen erneuten Schulbesuch, ein Praktikum, eine Weiterbildung oder einen anderen Job vor.

Die Ausbildungsvermittlung der Agenturen und Jobcenter haben seit Oktober 2019 insgesamt 473.000 Bewerber in Anspruch genommen. Das sind 38.800 weniger als im gleichen Zeitraum im Jahr zuvor. Der Rückgang liegt laut der Bundesagentur für Arbeit nicht allein an den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Bereits im März dieses Jahres lagen die Zahlen der Bewerber und gemeldeten Ausbildungsstellen bereits unter dem Vorjahresniveau.
 


Rechnerisch gab es in diesem Jahr mehr gemeldete Ausbildungsstellen als Bewerber: Auf 100 gemeldete Stellen kamen bundesweit 92 Bewerber. Neben regionalen, berufsfachlichen und qualifiktatorischen Ungleichgewichten hat auch die Corona-Pandemie die Ausgleichsprozesse auf dem Arbeitsmarkt verlangsamt. Ende September blieben gleichzeitig deutlich mehr Bewerber unversorgt und Ausbildungsstellen unbesetzt als im September 2019. Es waren noch 59.900 Stellen zu vermitteln, 6.800 mehr als im Vorjahr. Die Stellen waren in Verkaufsberufen, Lebensmittelherstellung und -verkauf sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe ausgeschrieben. Zeitgleich waren 29.300 Bewerber unversorgt.
 


Insgesamt 216.200 Bewerber traten schließlich eine Ausbildungsstelle an, 33.800 weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Anteil von 46 Prozent der Bewerber. 17 Prozent zogen einen erneuten Schulbesuch, ein Praktikum oder ein Studium vor. Zwei Prozent der Bewerber strebten eine geförderte Qualifizierung oder eine Einstiegsqualifizierung an. Sieben Prozent haben eine Arbeit aufgenommen, zwei Prozent engagieren sich in sozialen Diensten und fünf Prozent haben sich arbeitslos gemeldet. Für den Rest der Bewerber hat die Bundesagentur für Arbeit keine Angaben erhalten.

48.900 Bewerber haben eine andere Ausbildung als ursprünglich angestrebt als Alternative aufgenommen, aber ihren Wunsch nach einer dualen Ausbildung aufrechterhalten. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 300 Auszubildende weniger. Für diese und die noch unversorgten Bewerber werden die Vermittlungsaktivitäten weiter fortgesetzt. Erfahrungsgemäß melden sich laut Bundesagentur für Arbeit in den nächsten Wochen noch Bewerber, die eine neue Ausbildung suchen und Betriebe, weil Stellen wieder frei geworden sind.

"Bewerberinnen und Bewerber sollten nicht aufgeben, sich weiter bewerben und sich dabei auch für Ausbildungsberufe jenseits ihres Traumberufes öffnen. Wenn zusätzlich Betriebe nicht ganz so guten Kandidaten eine Chance geben, können wir die Verzögerung durch die Pandemie in der Nachvermittlungszeit noch weiter aufholen", sagt Detlef Scheele, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, in einer Pressemitteilung zur Ausbildungsmarktbilanz.
 

[PA]

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