Neben dem allgemeinen Studienablauf gilt es, zielorientiertes Lernen zu planen (Foto: Scott Webb/Unsplash) Neben dem allgemeinen Studienablauf gilt es, zielorientiertes Lernen zu planen (Foto: Scott Webb/Unsplash)
Dein Studium

Wie organisiere ich mein Studium?

An der Uni bist du auf dich allein gestellt und musst dein Studium selbstständig organisieren. Betrachte das Studium als Selbstmanagement. Niemand wird dich zwingen zu lernen oder eine Veranstaltung zu besuchen. Du musst dich selber motivieren und darauf achten, dass du die Orientierung nicht verlierst. Direkt zu Beginn solltest du dir die Prüfungsordnung deines Studiengangs zur Hand nehmen und aufmerksam durchlesen. Es ist wichtig, dass du die Inhalte verstehst und verinnerlichst. Die Prüfungsordnung zeigt dir im besten Fall den roten Faden, der sich durch dein Studium zieht. Dort erfährst du, wann du welche Kurse belegen solltest, wie viele Credit Points du für die Kurse erhältst, und wie deine Prüfungen verteilt sind. Ohne diesen Überblick passiert es schnell, dass du falsche Kurse belegst und damit wertvolle Zeit verschwendest.




Nachdem du die Struktur deines Studiums kennengelernt und deine Kurse entsprechend gewählt hast, geht es an die Planung deiner Termine. Ohne einen organisierten Kalender vergisst du wichtige Termine leicht. Trage deshalb am Anfang jedes Semesters Abgabe- und Prüfungstermine in einen Kalender ein, den du möglichst immer parat hast. Mithilfe einer To-do-Liste hast du deine wichtigsten Aufgaben immer im Blick. Zu Beginn hast du vielleicht noch ohne Aufwand den Überblick über deine Termine, aber im Laufe des Semesters nimmt die Arbeit zu. Dann wirst du froh sein, dass du dich bereits am Anfang um die organisatorischen Dinge gekümmert hast. Spätestens wenn die ersten Klausuren näher rücken, ist ein gutes Zeitmanagement unverzichtbar. Neben dem Lernen und der Vorbereitung auf deine Seminare solltest du dir bewusst Zeit für Pausen einräumen. Die Arbeit kommt von ganz alleine, aber eine Auszeit vom Unistress musst du dir selber nehmen.

Ebenfalls notwendig für eine gelungene Organisation deines Studiums ist es, das Campusmanagementsystem deiner Hochschule kennenzulernen. Du wirst dieses System dein gesamtes Studium über nutzen, weshalb es wichtig ist, dass du direkt zu Beginn lernst, damit umzugehen. Die Anmeldung zu Prüfungen, die Kurswahl, die Bekanntgabe von Prüfungsergebnissen und viele andere Dinge sind über dieses System organisiert. Am Anfang mag es zwar kompliziert wirken, aber es bietet den klaren Vorteil, dass du nicht mehr für formale Kleinigkeiten in die Uni fahren musst.




Welche Hochschulveranstaltungen gibt es?

Die wohl bekannteste Veranstaltungsform an der Hochschule ist die Vorlesung. Dabei referiert ein Dozent meist 90 Minuten lang über ein Thema. Der Vortrag wird oft durch eine PowerPoint Präsentation unterstützt. Im Idealfall hörst du aufmerksam zu und machst dir Notizen. Mit Strategien wie der Cornell-Methode strukturierst du deine Mitschriften sinnvoll und schaffst gleichzeitig einen Rahmen für die wichtige Nachbereitung. Denk immer daran, den Veranstaltungstitel, das Thema der Vorlesung und das Datum auf deinem Zettel zu vermerken. Falls deine Aufmerksamkeit doch mal nachlässt, findest du die Vorlesungsfolien bei den meisten Studiengängen auch online im Campusmanagementsystem. Vorlesungen starten in der Regel 15 Minuten nach der vollen Stunde. Diese Verzögerung wird "das akademische Viertel" genannt und im Stundenplan mit "c.t." für "cum tempore", lateinisch für "mit Zeit" gekennzeichnet. Sollte eine Veranstaltung mal pünktlich zur vollen Stunde anfangen, steht im Stundenplan "s.t." für "sine tempore", lateinisch für "ohne Zeit". Bei großen Studiengängen wie Jura oder Wirtschaftswissenschaften können bei einer Vorlesung mehrere hundert Studenten im Hörsaal sitzen. Sei also zumindest zu Beginn früh da, damit du einen Platz ergatterst. Anwesenheitspflicht besteht bei dieser Art der Veranstaltung in der Regel nicht, weshalb sich die Reihen oft nach einigen Wochen lichten.

Eine Vorlesung wird häufig von einer Übung begleitet, bei der die Inhalte der Veranstaltung wiederholt und vertieft werden. Mithilfe von Übungsaufgaben lernst du, die Theorie anzuwenden. Als interaktive Veranstaltungsform ist die Teilnehmerzahl einer Übung begrenzt, um eine bessere Betreuung der Studenten zu ermöglichen. Als weitere Unterstützung in Bezug auf die Vorlesung gibt es Tutorien. Diese werden meist von Studenten höherer Semester geleitet und sollen Fragen der Studenten klären. Die Teilnehmerzahl ist noch kleiner als bei Übungen, damit die Tutoren auf jede Frage eingehen können. In einigen Studiengängen, etwa Jura, gibt es außerdem das sogenannte Repetitorium. Bei dieser Veranstaltung wiederholst du den gesamten Lernstoff, den du für die Abschlussprüfung benötigst.




Die Hochschulveranstaltung, die am ehesten an die Schule erinnert, ist das Seminar. Hier umfasst der Kurs meist 20 bis 30 Studenten, die mit einem Dozenten über das Thema der Veranstaltung diskutieren. Das Seminar ist sehr viel stärker interaktiv als eine Vorlesung, weshalb meist Anwesenheitspflicht besteht. Die Studenten müssen oft Referate halten und sich durch die Lektüre von Texten auf die Sitzungen vorbereiten, um ein Seminar zu bestehen und zur Prüfung zugelassen zu werden. Eine Sonderform dieser Veranstaltungsart ist das Blockseminar. Dabei findet der Kurs nicht wöchentlich, sondern in wenigen Blöcken, meist an Wochenenden, statt. Ob du lieber das ganze Semester wöchentlich einen Kurs besuchst oder ein paar deiner Wochenenden für ein Blockseminar hergibst, bleibt dir überlassen.

Wie schaffe ich eine optimale Lernumgebung?

Die Vorbereitung auf Prüfungen nimmt einen großen Teil deines Studiums ein. Deshalb solltest du die optimale Lernumgebung für dich finden. Egal ob in der Bibliothek oder bei dir zuhause – die Hauptsache ist, dass du dich wohlfühlst. Für effektives Lernen ist in erster Linie Ruhe wichtig. Du solltest auch jegliche Ablenkung, etwa dein Smartphone, von deinem Arbeitsplatz verbannen. Um bei einem straffen Zeitplan hinterherzukommen, lerne einfach überall, wo es gerade passt. Morgens und abends in der Bahn nutzt du die Zeit so viel effektiver. Im Sommer kannst du gut draußen lernen, und für den Winter gibt es viele gemütliche Cafés. Nach einem produktiven Tag darfst du dir auch mal eine Netflix-Pause gönnen.




Welche ist die beste Lernmethode für mich?

Vielen Studenten hilft es, wenn sie sich zu Beginn der Klausurenphase einen Lernplan erstellen, den sie Schritt für Schritt abarbeiten. Berücksichtige dabei auf jeden Fall deinen Biorhythmus. Es macht für die Strukturierung deiner Vorbereitung einen großen Unterschied, ob du morgens oder abends produktiver bist. Dein Lernplan sollte nicht zu ambitioniert, aber auch nicht zu entspannt sein. Ein wenig Zeitdruck motiviert dich zusätzlich. Plane zur Sicherheit Zeitpuffer ein, damit du bei ein paar Schwierigkeiten nicht direkt verzweifelst.

Wenn du dich wiederholt beim Prokrastinieren erwischst, geh aktiv dagegen vor und schieb das Lernen nicht immer wieder auf. Je früher du mit dem Lernen anfängst, desto entspannter ist deine Prüfungsphase. Auch die richtige Ernährung hilft dir beim Lernen. Greif während der Klausurenphase auf sogenanntes "Brainfood" wie Nüsse, Vollkornprodukte und Bananen zurück, damit du dich besser konzentrieren kannst. Die Vorbereitung wird dir leichter fallen, wenn du herausfindest, welcher Lerntyp du bist. Ob auditiv, visuell, kommunikativ oder motorisch – es gibt für jeden die passenden Methoden. Dem auditiven Lerntyp hilft etwa das laute Aussprechen seiner Notizen, während der visuelle Typ besser mit Mindmaps lernt. Lerngruppen und Diskussionsrunden sind besonders für den kommunikativen Typ passend, und der motorische Lerntyp prägt sich die Inhalte am einfachsten mit Experimenten ein. Es ist für ein erfolgreiches Studium sehr wichtig, dass du die richtige Lernmethode für dich findest. Probiere deswegen zu Beginn alles einmal aus. So merkst du am besten, womit du erfolgreich bist.




Wie teste ich meinen Lernerfolg?

Um mit einem guten Gefühl in die Klausur zu gehen, kannst du deinen Lernerfolg kontrollieren. Mithilfe von ausführlichen Wiederholungen merkst du relativ schnell, ob du den Stoff draufhast oder auf deine Lernzettel angewiesen bist. Eine weitere effektive Kontrollmöglichkeit bieten Lerngruppen. Ihr könnt gemeinsam den Lernstoff erarbeiten und kritisch hinterfragen. Im Laufe der Diskussion bekommst du einerseits neue Impulse und merkst andererseits, welche Themen du noch nicht richtig verstanden hast. Merk dir diesen einfachen Grundsatz: Wenn du jemand anderem ein Thema erklären kannst, hast du es verstanden. Auch diese Methode lässt sich mit einer Lerngruppe prima anwenden.

Wenn du während dieser Kontrollphase merkst, dass du noch nicht alles draufhast, gerate nicht in Panik. Die Möglichkeit, eine Prüfung zu schieben, besteht zwar, sollte für dich aber nur im absoluten Notfall in Frage kommen. Die Vorbereitung auf aufgeschobene Prüfungen fällt dir meist noch schwerer, weil das Thema nicht mehr so präsent ist. Außerdem bringen sie deinen gesamten Semesterplan durcheinander und erschweren dir die nächste Klausurenphase. Vertrau stattdessen auf deinen Lernerfolg und geh mit Zuversicht in die anstehenden Prüfungen.




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