Bologna-Tagung

Mehr Praxisnähe im Bachelor

published: 09.06.2015

Schluss mit zu viel Theorie – künftig sollen Studierende besser auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden (Foto: Lucky-Business/Shutterstock.com) Schluss mit zu viel Theorie – künftig sollen Studierende besser auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden (Foto: Lucky-Business/Shutterstock.com)

Hallo liebe Politik, willkommen zurück auf dem Boden der Tatsachen: Die Kritik an der Bologna-Reform scheint dort nun angekommen zu sein – denn es soll sich im Bildungssystem künftig einiges ändern.

Über die Hälfte der Unternehmen unzufrieden

Am 14. Mai begann die Tagung der 47 Bologna-Staaten eines einheitlichen europäischen Hochschulraums. Zwei Tage später wurde sie mit einem gemeinsam formulierten Ziel beendet: "arbeitsmarktfähige" Bachelorabsolventen. Denn vor allem von den Unternehmen kommt heftige Kritik am neuen Bachelor-System. Diese sind größtenteils unzufrieden mit den Absolventen. Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) erfüllen Berufseinsteiger mit einem Bachelor-Abschluss lediglich in 47 Prozent der Fälle die Erwartungen der Unternehmen.


Das Zauberwort: Praxisnähe

Doch woran liegt es, dass der Bachelor oft als "arbeitsmarktuntauglich" bezeichnet wird? Vor allem die fehlende Praxisnähe wird bemängelt. Das soll sich, so steht es im Abschluss-Kommuniqué der Tagung, nun ändern. Die Lösung: eine stärkere Zuschneidung des Bachelors auf den Arbeitsmarkt, Kooperationen zwischen Unis und Wirtschaft sowie längere Praxisphasen während des Studiums. So will man die Absolventen zukünftig besser auf den sich wandelnden Arbeitsmarkt, technische Entwicklungen und neue Berufsbilder vorbereiten.


 
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Kooperationen mit der Wirtschft und längere Praxisphasen scheinen ein sinnvoller Schritt zu sein, findet auch Holger Burckhart, stellvertretender Präsident der Hochschulrektorenkonferenz. Doch er bleibt realistisch: Die Hochschule müsse sich kritische Distanz zu Begehrlichkeiten der Industrie bewahren. "Es geht um akademische Bildung: Wir wollen keine Roboter produzieren", so Burckhart. Mit dieser "Begehrlichkeit" ist ein wichtiger und vor allem kritischer Punkt angesprochen, denn zukünftig sollen sich Hochschulen stärker an die Anforderungen der Wirtschaft anpassen und Studieninhalte gemeinsam entwickelt werden. Gegen diese enge Zusammenarbeit gibt es viele kritische Stimmen. Es bleibt also spannend im Bologna-Karussell.

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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