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Bundesweite Proteste

"Lernfabriken ...meutern!"

published: 15.06.2015

Nach boykottierten Seminarräume beim "Bildungsstreik 2009" gegen Studiengebühren und Bologna-Prozess sind am 17. Juni unter dem Motto "Lernfabriken ...meutern!" wieder bundesweite Protestaktionen geplant (Foto: Public Address) Nach boykottierten Seminarräume beim "Bildungsstreik 2009" gegen Studiengebühren und Bologna-Prozess sind am 17. Juni unter dem Motto "Lernfabriken ...meutern!" wieder bundesweite Protestaktionen geplant (Foto: Public Address)

Es liegt etwas in der Luft. Und das ist nicht nur Würstchengeruch und Vogelgezwitscher. Nein – es ist eine allgemeine Unzufriedenheit. Denn die deutschen Studierenden sind sauer. Sauer auf das Bildungssystem, in dem sie leben. Ihrer Unzufriedenheit wollen sie nun Luft machen: mit bundesweiten Protestaktionen am 17. Juni unter dem Motto "Lernfabriken ...meutern!". Worum geht's dabei genau?

Die Kritikpunkte

In dem Kampagnen-Namen "Lernfabriken ...meutern!" ist der größte Kritikpunkt am Bildungssystem bereits genannt: die Uni als Lernfabrik. Studierende werden nicht mehr zu mündigen Bürgern und kritisch hinterfragenden Menschen ausgebildet, sondern zu Maschinen. Maschinen, die vor allem in der Wirtschaft perfekt funktionieren, indem sie nur noch Inhalte lernen, die für den Arbeitsmarkt relevant sind. Im Bildungssystem herrscht nicht mehr "Bildung", sondern Angepasstheit.



Einige der großen Überthemen der Proteste sind Bildungszugang, Demokratisierung, Transparenz und Teilhabe. Diese Punkte splitten sich dann auf in viele kleine Kritiken, z.B am Leistungsdruck, dem Notenwahn und dem erzeugten Konkurrenzdruck. Detailliertere Infos könnt ihr in der Selbstdarstellung der Kampagne nachlesen. Und es gibt allen Grund zur Hoffung auf Änderung! So haben doch auch erst die vielen Proteste zu einer Abschaffung der Studiengebühren geführt. Es ist also möglich, etwas zu bewegen – aber das geht nur zusammen.



Überblick: Bundesweite Aktionen am 17. Juni

Wo ist was los? In Hamburg gibt es eine Demonstration am Hauptbahnhof zum Thema "Solidarität statt Konkurrenz". In Lüneburg findet eine Tanzdemo "Raven gegen Lernfabriken" statt und in Marburg trifft man sich zur Nachttanzdemo. Die Demonstration in Regensburg steht unter dem Motto "Lernfabriken #meutern!". Einen Aktionstag gibt es in Berlin sowie Potsdam – und in Hildesheim werden Infos rund um die bundesweiten Proteste verteilt. Wer am 17. Juni keine Zeit hat, der hat am 22. Juni nochmals die Chance auf die Straße zu gehen. Dann wird nämlich in Bonn demonstriert.



Also: Schaut doch mal nach, was Eure Unis für Aktionen geplant haben. Denn es geht nicht nur darum, Kritik zu äußern, sondern auch gemeinsam als Studierende Seite an Seite für etwas zu kämpfen.

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Links

Facebook-Veranstaltung: Tanzdemo "Raven gegen Lernfabriken" der Uni Lüneburg
Facebook-Veranstaltung: Nachttanzdemo der Uni Marburg
Facebook-Veranstaltung: Demonstration "Lernfabriken #meutern!" der Uni Regensburg
Facebook-Veranstaltung: Aktionstag "Lernfabriken ...meutern" in Berlin und Potsdam
Facebook-Veranstaltung: Demonstration "Solidarität statt Konkurrenz" der Uni Hamburg
Die Kampagne "Lernfarbiken ...meutern!" im Web
Kritikpunkt "Bildungszugang" im Web
Kritikpunkt "Demokratisierung" im Web
Kritikpunkt "Transparenz" im Web
Kritikpunkt "Teilhabe" im Web
Selbstdarstellung der Kampagne "Lernfabriken ...meutern!" im Web

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