Globalisierungskritik

Protest aus verschiedensten Richtungen

published: 08.06.2007

Herbert Grönemeyer unterstützt "Deine Stimme gegen Armut"  (Foto: Public Address) Herbert Grönemeyer unterstützt "Deine Stimme gegen Armut" (Foto: Public Address)

Zehntausende Menschen demonstrierten beim G8-Gipfel gegen die Politik der G8-Staaten. Auf einem Alternativgipfel stellten Kritiker der Globalisierung Vorschläge für eine wünschenswerte Weltentwicklung vor. Wer steckt hinter all diesen Aktivitäten? Welche Organisationen beteiligen sich und worin unterscheiden sie sich? Unikosmos hat näher hingeschaut und stellt euch einige Gruppen vor.

Attac
Attac kann auf 90.000 Mitgliedern in 50 Ländern verweisen. Auch in Deutschland will Attac ein breites gesellschaftliches Bündnis bilden. Es reicht von ver.di und der GEW über den BUND und Pax Christi bis zu kapitalismuskritischen Gruppen. Menschen unterschiedlicher politischer und weltanschaulicher Herkunft sind in den über 200 Attac-Gruppen vor Ort aktiv.

Die Abkürzung "Attac" leitet sich von "association pour une taxation des transactions financières pour l'aide aux citoyennes et citoyens" ab - zu deutsch "Verein für eine Besteuerung von Finanztransaktionen zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger". Attac wurde 1998 in Frankreich gegründet. Die Organisation versteht sich als Netzwerk zur demokratischen Kontrolle der internationalen Finanzmärkte.

Attac lehnt die gegenwärtige Form der Globalisierung ab, da sie sich an den kapitalistischen Interessen der Reichen und der Konzerne orientiere und die ärmeren Länder benachteilige. Attac stellt die wirtschaftliche Macht in Frage und verlangt ihre gerechte Verteilung. Das erstrebte Ziel der Attac: Globalisierung von sozialer Gerechtigkeit, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Menschenrechten - für Demokratie, umweltgerechtes Handeln und Geschlechtergerechtigkeit. Weitere Informationen zu Attac findet ihr hier.


WEED - Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung e.V.
WEED ist eine unabhängige Nichtregierungsorganisation und Mitglied von Attac. Ihr Ziel ist es, in Deutschland ein Bewusstsein für die Ursachen der weltweiten Armuts- und Umweltprobleme zu schaffen. Seit 15 Jahren kritisiert WEED die nationale und internationale Nord-Süd- und Ökologie-Politik. Weitere Informationen zu WEED gibt es hier.


BUKO – Bundeskoordination Internationalismus
Die BUKO ist ein unabhängiger Dachverband, dem über 150 Dritte-Welt-Gruppen, entwicklungspolitische Organisationen, internationalistische Initiativen, Solidaritätsgruppen, Läden, Kampagnen und Zeitschriftenprojekte angehören. Die BUKO setzt sich gegen menschenunwürdige Lebensbedingungen und Diskriminierung ein. Die Zusammenarbeit zwischen Norden und Süden soll Selbstbestimmung und Autonomie fördern. Weitere Informationen zur BUKO gibt es hier.


"Deine Stimme gegen Armut"
"Deine Stimme gegen Armut" ist eine bundesweite Kampagne. Die Teilnehmer veranstalteten am 7. Juni ein großes Konzert für eine bessere Zusammenarbeit in der Entwicklungshilfe.
Die Kampagne setzt sich für einen gerechten Welthandel, Schuldenerlass für die armen Länder und die Unterstützung der Demokratie in den Entwicklungsländern ein. Weitere Informationen zu "Deine Stimme gegen Armut" findet ihr hier.

"Deine Stimme gegen Armut" ist die deutsche Plattform der White Band Organisation Global Call To Action Against Poverty. Das ist eine internationale Kampagne, die sich in 112 Ländern für ein Ende der Armut einsetzt. Mehr Information dazu hier.

"Deine Stimme gegen Armut" wird unterstützt von Herbert Grönemeyer, Bono, Bob Geldof und Organisationen wie dem Bund der deutschen katholischen Jugend, dem Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland, der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend, Ärzte ohne Grenzen, Brot für die Welt, der Deutschen Welthungerhilfe, dem Deutschen Caritasverband, dem Roten Kreuz und Transfair - Verein zur Förderung des fairen Handels mit der "Dritten Welt".

BUND - Bund für Umwelt und Naturschutz
Der Bund für Umwelt und Naturschutz setzt sich für eine gerechte Verteilung der globalen Umweltgüter ein. Der BUND hält die Globalisierung in der derzeitigen Form nicht für zukunftsfähig, da sie die Ausbeutung von Natur und Mensch beschleunige. Der Bund fordert ökologische und soziale Grenzen für die Globalisierung. Weitere Informationen zum BUND gibt es hier.


IL - Interventionistische Linke
Die Interventionistische Linke ist ein bundesweiter Zusammenschluss zahlreicher linksradikaler und antikapitalistischer Gruppen wie auch Einzelpersonen. Ziel ihres Protestes ist es, die Legitimation der G8 in Frage zu stellen. Bei der Groß-Demo am 2. Juni hat der Block der IL "Make capitalism history" teilgenommen. Die Gruppe will ein großes, möglichst breites Bündnis gegen den G8-Gipfel schaffen, eine gemeinsame politische Demonstration, an der jeder teilnehmen kann, und bei der es nicht zu gewalttätigen Ausschreitungen kommt. Weitere Informationen zur IL gibt es hier.


Rebel Clown Army
Die Rebel Clown Army ist eine Splittergruppe, die innerhalb der G8-Gegner keine Partei ergreift und aus anonymen Klein-Gruppen und Einzelgängern besteht. Die Strategie: friedlicher Protest im Clownskostüm, bei dem die demonstranten auch gerne mal Seifenblasen einsetzen. Es gibt Nachahmer, die vor Gewalt nicht zurückschrecken, was gegen die friedliche Intention der Rebel Clown Army verstößt. Die Rebel Clown Army protestiert medienwirksam gegen Faschismus, Rassismus, Ausbeutung und Militär. Erfunden hat diese Art von Protest die amerikanische Gruppierung Circa - Clandestine Insurgent Rebel Clown Army. Mittlerweile tauchen die Clowns international auf Demonstrationen auf. Weitere Informationen zur Clandestine Insurgent Rebel Clown Army hier.

Der "Schwarze Block"
Beim so genannten "Schwarzen Block" handelt es sich nicht um eine feste Gruppe, sondern um Aktivisten, die sich militanten Formen des Protestes verschrieben haben. Der "Schwarze Block" ist eine Ansammlung verschiedener linksextremer, anarchistischer und autonomer Protestler. Diese agieren provokant und gewalttätig gegenüber Sicherheitskräften. Dresscode ist schwarze Kleidung und Vermummung, wodurch sich die Autonomen des "Schwarzen Blocks" untereinander erkennen und zusammen finden. Die friedlichen Demonstranten aller oben genannten Organisationen distanzieren sich von der Gewaltbereitschaft des "Schwarzen Blocks" und ärgern sich darüber, dass das brutale Image auf alle Demonstranten abfärbt.

[Jan van Hamme]

Links

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Deine Stimme gegen Armut
Bund für Umwelt und Naturschutz
Interventionistische Linke
Rebel Clown Army

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