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Studie der Universität Bielefeld

Studis stehen auf Gesundheit-Apps

published: 23.07.2015

Ein Drittel der deutschen Studierenden nutzt Gesundheits-Apps, so eine Studie der Universität Bielefeld (Foto: Maxim/Shutterstock.com) Ein Drittel der deutschen Studierenden nutzt Gesundheits-Apps, so eine Studie der Universität Bielefeld (Foto: Maxim/Shutterstock.com)

Sport-Aufrufe per Smartwatch, Trainingsvorschläge per Fitness-Apps und Infos zum persönlichen Kalorienverbrauch vom Smartphone: Der stärksten wachsende Bereich bei Smartphone-Anwendungen ist die Gesundheit. Mehr als 100.000 Apps beschäftigen sich mittlerweile mit Gesundheits- oder Medizinthemen. Ein Forscherteam der Universität Bielefeld hat jetzt untersucht, wie Studierende bundesweit Gesundheits- und Medizin-Apps nutzen. Die Wissenschaftler von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften fragten deutschlandweit 675 Studierende, welche Anwendungen sie nutzen, welche Motive sie haben und in welchen Bereichen sie Potenziale, aber auch Risiken der Technik sehen.

Bewegung und Sport vorne

Die Ergebnisse der Bielefelder Studie zeigen, dass ein Drittel der Befragten gesundheitsbezogene Applikationen auf ihrem Smartphone nutzt. Über 70 Prozent der Nutzer kontrollieren ihr tägliches Bewegungspensum oder ihr Schlafverhalten in der Nacht. Jeder Zweite setzt die Apps während des Sports ein, etwa um die Herzfrequenz oder Laufstrecken aufzuzeichnen. Weniger im Fokus der Zielgruppe stehen dagegen Applikationen, die einen konkreteren Bezug zu medizinischen Themen haben – zum Beispiel Ärzteregister, Apps zur Stressbewältigung oder zur Online-Vernetzung unter Patientinnen und Patienten.


Laut Studie nutzen angehende Akademiker die Programme, um ihren Gesundheitszustand besser einschätzen zu können und um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Dabei wünschen sich 78 Prozent künftig, dass Ärzte sie beraten, wie sie die Technik richtig einsetzen können. Gleichzeitig zeigen sie sich in der Theorie höchst sensibel für Fragen des Datenschutzes. Über 90 Prozent erwarten hier eine Sicherung der Qualität von Gesundheits-Apps und Informationen darüber, wie ihre Gesundheitsdaten verwendet werden.

Unvorsichtig beim Datenschutz

Gerade hierbei kommen die Bielefelder Forscher zu erstaunlichen Ergebnissen. Steht ein Student vor der Wahl, eine Gesundheits-App zu installieren und zu nutzen, sind die Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes nicht mehr das Ausschlaggebende. Viel entscheidender sei, so Gesundheitswissenschaftler Christoph Dockweiler, wie groß der Gesundheitsgewinn eingeschätzt wird, wie andere Nutzer sowie Freunde die App bewerten und ob anfallende Kosten selber zu tragen sind. Dockweiler: "Gerade mit Blick auf Risiken wie den Datenmissbrauch zeigt sich hier ein bemerkenswerter Verdrängungsprozess, der allerdings auch damit einhergeht, dass das bisherige Wissen der Nutzerinnen und Nutzer zu gering ist. Gerade mal jeder Dritte fühlt sich ausreichend informiert über die potenziellen Risiken der Nutzung."

[PA]

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