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Was ist neu beim BAföG?

published: 31.08.2015

Es gibt Grund zur Freude: Es ändert sich etwas bei der BAföG-Förderung! (Foto: Path Doc/Shutterstock.com) Es gibt Grund zur Freude: Es ändert sich etwas bei der BAföG-Förderung! (Foto: Path Doc/Shutterstock.com)

Jedes Jahr steht er wieder an: der BAföG-Antrag. Ziemlich nervig, na klar. Doch dieses Jahr lohnt sich das Ausfüllen besonders – denn dank der 2014 beschlossenen 25. BAföG-Novelle gibt es einige Änderungen, die Auswirkungen auf deine Förderung haben. Einige dieser Neuerungen sind bereits zum August 2015 eingetreten – die wirklich relevanten Veränderungen werden allerdings erst zum Wintersemester 2016/17 wirksam. Hier erfährst du, was sich zukünftig bei deiner Förderung ändert.



Das ändert sich ab August 2015

1. Die Förderungslücke zwischen Bachelor und Master wird geschlossen

Nach der bisherigen Regelung ist es so, dass du bis zum Ende des Monats deiner letzten Bachelor-Prüfungsleistung BAföG erhältst – und dann erst wieder, wenn du eine offizielle Master-Immatrikulation vorliegen hast. Diese beiden Punkte sind oft weit voneinander entfernt, wodurch eine Förderungslücke entsteht. Diese wird ab August 2015 dadurch geschlossen, dass zur Weiterförderung des BAföGs nach dem Bachelor eine vorläufige Immatrikulationsbescheinigung für den Master ausreicht. Die Förderung läuft dann erstmal unter dem Vorbehalt der Rückzahlung weiter. Das bedeutet, wenn du doch keinen Master-Platz bekommen solltest, weil dein endgültiges Bachelor-Zeugnis eventuell nicht ausreicht, müsst musst du das bereits erhaltene Geld zurückzahlen. Zudem wichtig: Die Förderungsdauer für den Master liegt bei zwei Jahren – die geförderten Monate zwischen Bachelor und Master werden von diesen zwei Jahren abgezogen. Darüber hinaus ist es leider nicht immer möglich, eine vorläufige Master-Immatrikulation zu bekommen. Dies wir von Uni zu Uni anders geregelt. Vor allem bei einem Wechsel der Universität vom Bachelor zum Master gestaltet sich die Weiterförderung schwierig. Ab August 2016 ändert sich aber auch dies – dazu mehr unter "Das ändert sich ab August 2016".



2. Erhöhung des Vorschusses
Ist dein BAföG-Antrag nach zehn Wochen noch immer nicht bearbeitet, wird dir jeden Monat ein Vorschuss gezahlt. Dieser lag bisher bei 20 Prozent unter dem zu erwartenden Förderungsbetrag, aber höchstens bei 360 Euro - selbst dann, wenn der Höchstsatz zu erwarten war. Zum August 2015 hat sich dies geändert: Der Vorschuss hat keine Höchstgrenze mehr, sondern liegt nun immer bei 80 Prozent der zu erwartenden Förderungshöhe.

3. Änderung der Frist für Leistungsnachweise
Unabhängig von deiner Prüfungsordnung gilt für deine BAföG-Förderung nun, Leistungsnachweise generell nur noch nach dem vierten Fachsemester erbringen zu müssen. Bisher war es zum Teil so geregelt, dass zusätzliche Leistungsnachweise bereits nach dem zweiten Semester vorzulegen waren. Diese fallen nun weg.

Das ändert sich ab August 2016

1. Erhöhung des Höchstsatzes
Der Höchstsatz für Studierende an einer Universität wird von momentan 587 Euro auf 649 Euro erhöht. Für Fachschulen wird der Betrag von 572 Euro auf 622 Euro angehoben.

2. Höhere Einkommensfreibeträge
Ab August 2016 darfst du neben dem Studium 450 Euro dazuverdienen – ohne dass dir etwas vom BAföG abgezogen wird. Dies entspricht dem Gehalt eines Minijobs. Für jedes Kind wir dem Antragsteller bzw. der Antragsstellerin zudem ein erhöhter Freibetrag gewährt: von 485 Euro auf 520 Euro. Für den Ehe- bzw. Lebenspartner erfolgt ebenfalls eine Erhöhung des Einkommenfreibetrags auf 570 Euro. Was zudem von entscheidender Wichtigkeit bei der Förderungshöhe ist, ist das Einkommen deiner Eltern. Auch deren Freibeträge des Einkommens werden ab August 2016 erhöht: bei verheirateten Eltern zusammen von 1.605 Euro auf 1.715 Euro – bei geschiedenen Eltern je von 1.070 Euro auf 1.145 Euro.



3. Weiterförderung nach Bachelor
Wie bereits oben erwähnt, besteht bisher eine Förderungslücke zwischen Bachelor und Master. Ab August 2016 ändert sich, dass die BAföG-Förderung nicht nach der letzten Prüfungsleistung endet – sondern der Förderungsanspruch noch zwei Monate über den Bachelor hinaus besteht, wenn die Abschlussnote unbekannt ist. Dies hilft dir, die Zeit bis zum Master-Beginn zu überbrücken.

4. Vermögensfreibeträge steigen

Der bisherige Freibetrag für dein Vermögen bei der Antragstellung beträgt 5.200 Euro – dieser wird ab August 2016 auf 7.500 Euro abgehoben. Auch der Vermögensfreibetrag für Kinder sowie Ehe- bzw. Lebenspartner steigt: von 1.800 Euro auf 2.100 Euro.

5. Sonstige Änderungen
Ab August 2016 ändert sich zudem, dass Ausländer bzw. Ausländerinnen bereits nach 15 Monat Aufenthalt in Deutschland BAföG erhalten – bisher war die Förderung erst nach vier Jahren Aufenthalt möglich. Letztlich ändert sich noch die Höhe des Freibetrages in Bezug auf die BAföG-Rückzahlung bzw. die Befreiung von der Rückzahlung. Der Freibetrag liegt nun bei 1.145 Euro – für den Ehe- bzw. Lebenspartner bei 570 Euro und für Kinder bei 520 Euro.



Viel Erfolg beim Antrag!

[PA]

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