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Flüchtlingshilfe in Hamburg

Die Magie von Halle B7

published: 27.09.2015

Hier wird dringend Hilfe gebraucht: Die Kleiderkammer in den Messhallen ist jeden Tag erneut auf Spenden und die Unterstützung durch freiwillige Helfer angewiesen (Foto: Public Address) Hier wird dringend Hilfe gebraucht: Die Kleiderkammer in den Messhallen ist jeden Tag erneut auf Spenden und die Unterstützung durch freiwillige Helfer angewiesen (Foto: Public Address)

Die Nächstenliebe hat in Hamburg die Adresse „Messehalle B7“. Dort haben Mitte August tolle, engagierte Menschen eine Kleiderkammer eröffnet. Was als chaotischer Klamottenhaufen begann, hat sich mittlerweile zum wichtigsten Knotenpunkt der Flüchtlingshilfe in Hamburg entwickelt. Und genau deswegen ist dies der beste Ort, selbst anzupacken und einen kleinen Beitrag zu leisten, damit es Flüchtigen besser geht. Doch wie kann man konkret helfen?



Das Wunder von Halle B7

Bereits vor den Messehallen merkt mann, dass dort eine ganz besondere Magie herrscht. Die Sicherheitleute sind gut gelaunt, ihre neongelben Warnwesten leuchten im tristen Hamburg-Niesel-Wetter. Sie lotsen die Menschen mit ihren Spenden zu Halle B7. Dort angekommen, wird man sofort von Helfern begrüßt, die einem die schweren Tüten mit Kleidung abnehmen. Die Freude ist groß, wenn sie hören, dass man noch etwas Zeit zum Helfen mitgebracht hat.

Zum Helfen meldet man sich dann bei einem kleinen Tisch am Eingang der Halle B7. Die Menschen, die dort sitzen, beherrschen das Chaos. Sie wissen, wo wer wann wie viel Hilfe braucht. Es ist also Zufall, wo man als freiwilliger Helfer landet – ob man beim Sortieren, Schleppen oder Aufräumen dabei ist. Bevor es los geht, macht man sich noch schnell ein Namensschild und dann ran an die Arbeit. Hier wird nicht viel gequatscht – hier wird angepackt.


So kannst du helfen

Die größte Baustelle ist das Ordnen und Sortieren der Kleidung. Hier werden die meisten Helfer eingesetzt. Dabei gibt es wiederum verschiedene Stationen: Entweder steht man vor der Halle und sortiert grob die ankommenden Klamotten oder man steht in der Halle und kümmert sich um die Feinsortierung nach Größen. Getränke, warmes Essen und Desinfektionsmittel sind immer da – sogar ein Masseur kommt mal vorbei, um den Fleißigen wieder alles an die richtige Stelle zu rücken. Denn vormachen sollten wir uns nichts: Es ist anstrengend. Verdammt anstrengend sogar. Der Rücken schmerzt vom Bücken und Heben, die Beine sind schlapp vom Stehen. Aber das ist irgendwie egal. Das Grinsen im Gesicht überwiegt.

Wenn du am liebsten sofort loslegen und bei den Messehallen helfen willst – dann tu das! Hier ist jede Unterstützung willkommen. Egal, ob du Kleidung spenden möchtest (aktualisierte Liste), für die Helfer kochen willst oder einfach zwischen zwei Vorlesungen Zeit hast, um Kleidung zu sortieren: Jede Hilfe ist wertvoll und ohne Frage eine unglaubliche Erfahrung. Bei Twitter und Facebook erfährt man immer live, woran es gerade am meisten mangelt und wo Hilfe gebraucht wird.


Hunderte Helfer – ein Ziel

Die Halle B7 ist ein Symbol für die unglaubliche Kraft, die in jedem einzelnen Menschen steckt. Und vor allem in der Gemeinschaft. Ohne professionelle Organisation wurde eine logistische Meisterleistung geschaffen. Denn man darf nicht vergessen: All diese Helfer haben einen Beruf, den sie ausüben. Eine Familie, um die sie sich kümmern. Ein Privatleben, das nicht stillsteht. Doch niemand kommt auf die Idee zu meckern oder sich zu beschweren.

Was die Hilfe hier also so besonders macht, sind die Menschen. Nebeneinander stehen ein Banker, ein Student und eine Frau im elektrischen Rollstuhl – sie alle sortieren Kleidung, sie alle wollen Menschen helfen. Diese Nächstenliebe vereint auf 10.000 Quadratmetern Menschen aller Schichten. Menschen, die sonst nie zueinander finden würden. Hier fragt niemand den anderen, warum er hilft. Es ist selbstverständlich. Diese Einstellung spürt man überall – vom Sicherheitsmann bis zum helfenden BWLer. Trotzdem ist die Stimmung nie bedrückt oder traurig. Nö, hier wird sogar viel gelacht. Denn das ist sie eben – die Magie von Halle B7.



Du kommst nicht aus Hamburg, willst aber trotzdem helfen? Dann schau doch mal auf der Website "Informationsportal über Hilfsprojekte für Flüchtlinge in Deutschland" oder informiere dich über lokale Möglichkeiten – z.B. die Kleiderkammer in Berlin der Bürgerinitative "Moabit hilft!". Überall lauern Möglichkeiten, die Welt ein klein wenig besser zu machen. Zeit, sie zu entdecken. Viel Spaß dabei!

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Links

Aktuelle Spenden-Liste der Kleiderkammer Messehallen im Web
Die Kleiderkammer Messehallen auf Facebook
Die Kleiderkammer Messehallen bei Twitter
Das "Informationsportal über Hilfsprojekte für Flüchtlinge in Deutschland" im Web
Die Kleiderkammer von "Moabit hilft!" (Berlin) im Web

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